Bartest Unterwegs

Boilerman Bar im Eppendorfer Weg: Die Highball Spezialisten

Boilerman Bar • Eppendorfer Weg 211 • 20253 Hamburg (www)

Von der Boilerman Bar im Eppendorfer Weg hatte ich schon einiges Gutes gehört und letztens war es dann soweit, dass ich die Bar einmal selbst besuchen konnte. Bekannt ist die Bar für ihre Highballs. Im Prinzip sind das Longdrinks, die mit Eis in einem schmalen hohen Glas serviert werden. Die Preise sind vergleichsweise hoch, der Qualitätsanspruch allerdings auch. Umso spannender war es für mich, die Boilerman Bar, die es mittlerweile an mehreren Standorten in Hamburg gibt, einmal selbst auszuprobieren.

Location & Ambiente

Man muss auch unter der Woche schon rechtzeitig da sein, um sich einen guten Platz in der Boilerman Bar am Eppendorfer Weg zu sichern. Insbesondere bei gutem Wetter platzt die stilvolle eingerichtete Bar aus allen Nähten und insbesondere die Außenplätze sind sehr begehrt. Dabei gehört es (zum Glück) zum Konzept, dass Reservierungen nicht möglich sind. Wie heißt es so schön? Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wir waren dort um 18:30 Uhr in der Woche und es waren noch einige Plätze frei. Das ändert sich den Abend über sehr schnell. Wenn man mit anderen ins Gespräch kommen möchte, ist das sehr gut. Wenn man eher seine Ruhe haben möchte und intime Gespräche führen möchte, sind zumindest die Außenplätze in der Boilerman Bar vielleicht nicht die beste Wahl. Außen ist ein Art u-förmige Bar aufgebaut. In der Mitte hat eigentlich nur die Bedienung Platz. Spätestens als dort auch noch Gäste platziert wurden (die einem dann sehr dicht gegenüber sitzen) ist es mit der Intimität vorbei. Darüber hinaus muss man sich im Klaren darüber sein, dass es sich um eine Raucherbar handelt. Innen wie außen wird dies nach meinem Empfinden stark genutzt.

Ansonsten ist die Boilerman Bar eine klassische Bar, die sich auf das Wesentliche konzentriert: Hochwertige Getränke (dazu später)! Die Einrichtung ist klassisch, der Außenbereich am vergleichsweise ruhigen Eppendorfer Weg ist angenehm. Auch wenn der Bereich parktechnisch nicht optimal ist, habe ich bisher – wenn ich fahren musste – immer recht schnell einen kostenlosen Parkplatz finden können. Aber das sollte insbesondere für eine Bar natürlich nicht das Hauptkriterium sein.

Service

Der Service hat mir gut gefallen und darf meines Erachtens ruhig mal auf die Probe gestellt werden. Wer einfach von der Karte bestellen möchte, kommt natürlich auf seine Kosten. Hier finden sich die z. T. recht außergewöhnlichen Highballs, auf die ich gleich noch zu sprechen komme. Wer Ideen hat, was ihm schmeckt, aber sich auf der Karte nicht zurechtfindet oder einfach eine gute Beratung möchte, kann auch die Barkeeper darum bitten. Bei mir hat das exzellent funktioniert: Ich hatte Lust auf ein würziges Getränk auf Gin-Basis. Nachdem mir mehrere Alternativgetränke vorgeschlagen worden sind, habe ich mich für den „London Buck“ entschieden. Das ist ein Highball, der dank Gin, Ginger Beer und Zitronenzeste eine wirklich interessante Mischung abgegeben hat und ziemlich genau meinen Wünschen entsprach.

Drinks (& Essen!)

Zur Qualität der Drinks habe ich ja nun schon einiges in den anderen Bereichen meines kleinen Testberichts erzählt, aber hier nun noch mal explizit. Biere gibt es natürlich kein 0815-Pils, sondern ich habe mir ein gekühltes Maisel & Friends Pale Ale bestellt. Das kannte ich schon aus anderen Bars – für mich ein fruchtiges, leckeres Bier, was ich durchaus weiterempfehlen kann. Mit 4,50 € (dazu gibt es immer frisches Wasser) war das Bier auch keinesfalls überteuert. Highballs werden ab 5,50 € (der „Highball of the Day“) serviert, was ebenfalls sehr fair ist angesichts der sehr guten Qualität der Getränke. Zwar sind die Highballs rein mengenmäßig nicht wahnsinnig groß (schätzungsweise 150ml), schmecken aber sehr gut. Das Konzept gefällt mir außerdem allein schon deshalb, weil man sich mit seiner Wahl nicht so wahnsinnig festlegt. In Cocktail-Bars legt man sonst gern mal mehr als 12,- € für einen Cocktail auf den Tisch, ist unzufrieden und nuckelt dann schmollend an einem Getränk, was einem evtl. gar nicht zusagt. Bei den Highballs hat man an einem Abend die Freiheiten, eine kleine geschmackliche Reise zu unternehmen.

Neben dem oben schon erwähnten London Buck habe ich an diesem Abend noch einen Breakfast Highball getrunken. Normalerweise ist Bourbon gar nicht meine Welt, aber dieser mild-herbe Geschmack hat mir doch sehr zugesagt.

Witzigerweise befindet sich neben der Boilerman Bar die „Pizzeria Al Volo“, die eine Art Symbiose mit der Bar eingegangen ist. Viele Gäste haben sich dort eine Pizza bestellt, die dann auch prompt mit Besteck geliefert wurde.

Fazit

Die Boilerman Bar überzeugt mich persönlich auf ganzer Linie, einzig das Gedränge bei gutem Wetter habe ich als etwas störend empfunden angesichts der ansonsten doch recht gediegenen Atmosphäre. Ansonsten wundert mich der Andrang nicht besonders: Die Qualität ist hoch, die Preise angemessen, bedient wird professionell und es wird auf die individuellen Wünsche der Gäste eingegangen. Außerdem empfinde ich die Highballs als interessantes Konzept, weil man viele Geschmacksnuancen zu einem vergleichsweise günstigen Preis probieren kann.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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