Bartest

Chug Club Bar im Test: Von wegen auf ex!

Chug Club Bar • Taubenstraße 13 • 20359 Hamburg (www)

Der Chug Club in der Taubenstraße auf St. Pauli existiert noch gar nicht so lange: Gegen Ende 2015 hat der Chug Club eröffnet und gehört mittlerweile zu den interessantesten Bar-Locations in Hamburg. Aber schmecken die Cocktails auch und kann die Location überzeugen? Nach mittlerweile einigen Besuchen der Cocktail-Bar ist es Zeit, dass ich euch einen kleinen Test präsentiere.

Location & Ambiente

Bei Mixology lässt sich einiges über den Background des Chug Clubs lesen: Bettina Kupsa ist die Gastgeberin, die vorher in der Bar Le Lion gearbeitet hat – einer der besten Bars Hamburgs. Nun aber kurz zum Konzept: Im Chug Club trinkt man „Chugs“ (to chug something = auf ex trinken). Dabei handelt es sich um Mini-Cocktails, die z. B. im Menü bestellt werden können (fünf Chugs + Bier kosten 20,- €). Die Idee: Kleinere Drinks statt riesige Cocktails. So kann man an einem Abend mehr geschmackliche Vielfalt mitnehmen und muss nicht – falls man dann doch mal einen Fehlgriff gemacht hat – unzufrieden minutenlang an einem großen Cocktail schlürfen.

Die Location ist in vielerlei Hinsicht speziell: Von außen sieht man nicht viel. Die Fenster sind zugeklebt und die äußere Fassade des Chug Clubs lässt nicht wahnsinnig viel erahnen. Bei gutem Wetter kann man auch draußen sitzen (siehe einige der Fotos), deutlich atmosphärischer geht es aber drinnen zu. Im Chug Club ist es zunächst einmal sehr dezent beleuchtet und oft verraucht (rauchen erlaubt!). Wer sich ein bisschen näher umschaut wird bemerken, dass die zugeklebten Fenster für eine fast schon sakrale Kirchenfenster-Optik sorgen. Diese haben übrigens ein Agavenmuster, was damit zusammenhängt, dass der Chug Club sich hauptsächlich dem Tequila verschrieben hat. In Kombination mit der ausschließlich rot beleuchteten Bar könnte man fast denken, dass hier auch mal Schwarze Messen abgehalten werden. Naja, jedenfalls aber auf „anbetungswürdige“ Drinks darf ich hoffen, denke ich.

Service

Wer „neu“ im Chug Club ist, bekommt in der Regel erst mal eine Erklärung, wie das (einzigartige?) Konzept funktioniert. Dabei ist nicht nur die Eigentümerin Bettina Kupsa grundsympathisch und dabei hochprofessionell, dies gilt auch gleichermaßen für ihre Mitarbeiter. Diese kommen einerseits oftmals optisch recht spannend rüber – man könnte fast meinen, Tattoos oder wenigstens Piercings oder dergleichen seien Einstellungskriterium. Dabei bleibt der Service aber immer auf eine sehr angenehme Art professionell, zuvorkommend und weiß auch auf Fragen sinnvolle Antworten. Wer also näheres über die Chugs erfahren möchte, kann immer nachfragen und auf kompetente Antworten vertrauen. Das gefällt mir persönlich wirklich sehr, weil man hier hohe Service Qualität nicht damit erkauft, dass es stocksteif zugeht, sondern ganz im Gegenteil.

Drinks

Im Chug Club gibt es, wie eingangs schon erwähnt, na klar: Chugs! Üblicherweise lässt man sich im Chug Club mit einem 5-Gänge-Menü für 20,- € verwöhnen, das fünf Mini-Cocktails enthält und ein kleines Zwischenbier (Maisel & Friends Pale Ale), damit die geforderten Geschmackssinne einen kleinen Cool-Down zwischendurch erfahren und man sich auf folgenden Gänge einstellen kann. Für mich geht die Idee einfach auf: Ich zahle viel lieber 20,- € für ein Menü (Wasser satt ist inklusive!), statt 12,- € für einen (leider in vielen Läden oft mittelmäßigen) Cocktail. Die Chugs können sich dabei geschmacklich wirklich sehen lassen: Sahne, Salz, Pfeffer, eingelegte Kirsche – hier wird auf höchstem Niveau kreative Barkunst präsentiert, die bisher niemanden wirklich kalt gelassen hat, mit dem ich im Chug Club war. Die Tequila Basis selbst ist einfach ungewohnt und sorgt immer für einen interessanten Grundton, den man von 0815-Cocktails nicht kennt. Muss man einfach selbst probiert haben! Die Preise sind im Chug Club sind angesichts der gebotenen Qualität ziemlich günstig: Ein Gin Basil Smash kostet etwa 10,50 € (zum Rezept), ein Maisel & Friends Bier 4,- €. Da kann man wirklich nicht meckern.

Fazit

Für mich ist der Chug Club schon oft die Bar der Wahl gewesen, weil das Chug-Konzept mit Mini-Cocktails auf Tequila Basis einfach gut funktioniert und viel vielfältiger ist, als einzelne Cocktails es jemals sein könnten. Im Gegensatz zu dem, was der Name vermuten lässt, sind diese zum auf ex trinken viel zu schade! Dazu kommt das einzigartige Ambiente, eine sympathische Gastgeberin ein professioneller, zuvorkommender Service. Damit ist der Chug Club aktuell meine Bar Empfehlung in Hamburg schlechthin – nur mit dem Zigarettenrauch in der Bar muss man sich arrangieren können… .

Wart ihr schon im Chug Club auf St. Pauli? Wir würden uns über eure Erfahrungen und Kommentare freuen!

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

Einen Kommentar hinterlassen