Produkttest

Haji Cola aus Hamburg im Test: Leckere Dattel-Cola

Was Getränke und insbesondere Cola angeht, bin ich derzeit ziemlich experimentierfreudig. Ich freue auch über die deutliche Diversifizierung auf dem Getränkemarkt. Neben Coca Cola, Pepsi Cola und den üblichen Verdächtigen wie etwa Fritz Cola, finden sich auch einige echte Exoten im Supermarkt Regal. Letztens bin ich auf die orientalische Haji-Cola gestoßen, die aufgrund des pechschwarzen Design gleich meine volle Aufmerksamkeit hatte. Als ich dann herausfand, dass diese Cola auch noch aus Hamburg kommt, war ich Feuer und Flamme, diese zu probieren und hier in einem kleinen Test zu präsentieren. Meine Haji-Cola habe ich übrigens bei einem ganz normalen Budni für 0,89 € für die 0,33 l Flasche gefunden (Literpreis: 2,67 €).

Die Idee der Haji-Cola

Haji-Cola ist eine orientalische Cola. Haji ist eigentlich ein Ehrentitel für Muslime, die eine Pilgerfahrt nach Mekka abgeschlossen haben. Unter Muslimen kann es aber auch eine nette Ansprache unter Freunden sein. Dies hat der Erfinder der Cola Ali Eghbal mittlerweile in mehreren Interviews in einschlägigen Online-Nachrichtenportalen erzählt (z. B. im Hamburger Abendblatt). Passend zum Namen ist die Cola auch „halal“, enthält also keine Zutaten, die mit dem muslimischen Glauben nicht vereinbar sind. Das Interview verrät aber auch, dass Ali Eghbal die Cola neben diesem Bezug zur Religion auch als Lifestyle Getränk sieht.

Zutaten

Die Besonderheiten werden auch deutlich mit Blick auf die Zutaten. Dazu kommt hier ein kurzes Zitat aus der Beschreibung des Herstellers:

Die Rezeptur besinnt sich auf die Gaben der Natur, die der Zivilisation reichlich zur Verfügung stehen: Geschmack von frischen Datteln, reinster natürlicher Fruchtzucker, Limetten, Orangen, Zitronen, Koriander, Ingwer, Vanille, Muskat und Zimt, aufgefüllt mit natürlichem Mineralwasser aus dem Husumer Marschland und mit der anregenden Wirkung des Koffeins versehen. Wer die Phosphorsäure der natürlichen Säure der Zitrone vorzieht, den müssen wir leider enttäuschen – Phosphor liefert die Natur nicht. [Quelle]

Damit steht die Haji-Cola voll im Trend der aktuellen Getränkevielfalts-Bewegung, bei der es auch viel um natürliche und auch ungewöhnliche Zutaten geht. Besonders Ingwer, Koriander und Datteln überraschen als Zutaten für eine Cola doch sehr. Für mich klingt das sehr interessant. Wer jetzt glaubt, ein Wellness-Getränk in der Hand zu haben, weil statt Industriezucker „nur“ Fruchtzucker enthalten ist, der muss leider enttäuscht werden. Auch Fruchtzucker ist Zucker und der ist mit 12g pro 100ml sogar mehr enthalten als in normaler Coca Cola (10,6g pro 100ml). Dies schlägt sich auch in einem höheren Brennwert nieder (Haji Cola: 50kcal/100ml; Coca Cola: 42kcal/100ml). Aber ganz ehrlich: Wer Cola trinkt, ob sie nun Haji Cola, Pepsi Cola oder Coca Cola heißt, der trinkt sie natürlich nicht, um Kalorien zu zählen, sondern der Genuss zählt.

Geschmack: Haji ist Dattel-Cola

Ihr könnt Pepsi und Coca Cola nicht unterscheiden? Die Haji Cola werdet ihr aus 100 verschiedenen Cola-Sorten wahrscheinlich problemlos herausschmecken. Was das Getränk in jedem Fall schafft, so viel kann ich ohne Bedenken vorwegnehmen, ist einen eigenständigen, unverwechselbaren Geschmack auf die Zunge zu zaubern. Leichte Zitronennoten, kräftige Süße, ein angenehmes, Cola-typisches Prickeln und der einzigartige Dattel-Geschmack zeichnen die Haji-Cola aus. Der ist derart dominant, insbesondere im Abgang, das ich erst mal erstaunt bin, als ich den ersten Schluck nehme. Diese Cola ist ein intensives Geschmackserlebnis, das in jedem Fall im Gedächtnis bleibt.

Fazit

Wow, die Haji Cola finde ich nicht nur aufgrund der natürlichen Zutaten interessant, sondern auch weil der Geschmack wirklich einzigartig ist. Kann dieses Produkt die Cola neu erfinden? Ja und nein. Ja, weil dieser intensive Dattel-Geschmack wirklich neuartig ist. Nein, weil die Haji-Cola in Sachen Süffigkeit nicht mit herkömmlicher Cola mithalten kann. Sie ist für mich kein Erfrischungsgetränk zum „nebenbei wegtrinken“, sondern eher ein spezieller Genuss, für den man sich Zeit nimmt. Ich bin sehr gespannt, ob findige Barkeeper bald interessante Longdrinks mit der Haji Cola kreieren, denn dafür ist diese spezielle Cola geschmacklich geradezu prädestiniert.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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