Produkttest

Bockbier im Test: Dunkel, dunkler, Hamburger Senatsbock

Angefixt durch die mediale Berichterstattung über den Hamburger Senatsbock hatte ich schon des Öfteren beim Einkaufen die Augen offen gehalten, ob es den limitierten Senatsbock irgendwo gibt. Wenigstens in „normalen“ Supermärkten wurde ich nicht fündig, aber nach einigen Anläufen habe ich das Bockbier dann doch noch im Edeka Center „Struwe“ (Osterfeldstraße 30-40, 22529 Hamburg) gefunden und möchte mit euch einige Geschmackseindrücke nach dem ersten Test teilen.

Geschichte: „Zum menschlichen Genuss geeignet!“

Der Senatsbock ist ein Doppelbock Bier mit recht viel Alkohol, das bereits nach dem Krieg in den 50er Jahren in Hamburg gebraut worden ist. Auch damals war das Bier eine Kooperation von fünf Brauerein, allerdings in anderer Besetzung. Die Bockbier Zeit wurde auch damals schon feucht fröhlich eingeleutet – traditionell mit den Worten „zum menschlichen Genuss geeignet!“

2015 wurde die Tradition wiederbelebt von fünf Hamburger Brauerein (Blockbräu, Gröninger, Joh, Albrecht, Kehrwieder Kreativbrauerei, Ratsherrn), die auch in 2017 die „fünfte Jahreszeit“ wieder in Hamburg beleben wollen und dieses Jahr im Blockbräu an den Landungsbrücken ein kleines Volksfest daraus gemacht haben (der NDR war vor Ort), bei dem auch die obligatorischen Zylinder nicht fehlen durften.

Duft & Geschmack

Das Bockbier ist dunkel und der Alkoholgehalt mit 7,7% doch als recht hoch zu bezeichnen. Trotzdem ist der Geschmack ganz und gar nicht unangenehm, sondern kräftig malzig-herb. Ich hatte erst vermutet, dass der pechschwarze Senatsbock am Ende wie ein bitterer Espresso schmeckt, aber ganz und gar nicht. Für mich ist der Hamburger Senatsbock ein ganz besonderes Bier, das man sehr bewusst genießen kann. Angesichts des Preises von jedenfalls 2,29,- € pro 0,33l Flasche ist das Bier sicher auch eines, was zum „mal eben wegtrinken“ viel zu schade ist. Weil ich die Tasting Notes von Ratsherrn recht passend finde, hier ein kurzes Zitat:

Leicht nussig im Antrunk drückt sich der Senatsbock sanft in den Gaumen. Röstmalzaromen, Anklänge von Zartbitterschokoloade und Espresso vereinen sich mit einer feinen Säure und einer dezenten Bittere zu einem harmonischen Miteinander. [Quelle]

Fazit zum Senatsbock 2017

Traditionen aufleben lassen ist so eine Sache – das kann sympathisch und authentisch sein, kann aber auch etwas gekünstelt wirken. Das möchte ich hier nicht entscheiden. Was für mich zählt ist der Geschmack und hier kann nur sagen, dass ich – auch wenn ich kein übermäßiger Bierkenner bin – den Senatsbock nur empfehlen kann. Ich bin mir nicht so sicher, wie limitiert der Senatsbock 2017 derzeit ist, online kann man ihn jedenfalls noch bekommen.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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