Produkttest

Hemme Milch: Regional, innovativ verpackt, oldschool

Habt ihr Lust, eine sensorische Zeitreise zu machen? In meinem Fall ist es eine Zeitreise in die Grundschule, in der den Klassen immer verschiedene Milchdrinks geliefert worden sind (Vanillemilch… lecker!). Der kleine aber feine geschmackliche Unterschied, der sich mittlerweile in den Supermarktregalen in Sachen Milch durchgesetzt hat, wird mit verschiedenen Labels gekennzeichnet, z. B. „länger haltbar“. Gemeint ist sog. „ESL-Milch“ (Extended Shelf Life), die im Verarbeitungsprozess – Details spare ich hier aus – jedenfalls stärker erhitzt wird als herkömmliche frische Milch. Hemme Milch ist noch Frischmilch im klassischen Sinne und ist trotzdem in einigen Premium-Supermärkten (z. B. im Rewe Hamburg-Hamm und einigen Edeka Läden in Hamburg) erhältlich. Die Zeitreise im schwarzen 1 Liter Standbeutel kostete uns 1,29 € (1,8% Fett), die Vergleichsweise (mit Bio-Zertifikat) aus dem Lidl kostet aktuell 1,09 €.

Verpackung

Die Verpackung wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Hemme Milch ist in einem schwarzem  „Plastikbeutel“ verpackt. Plastik? Nicht ganz! Die Verpackung hat es in sich. Hemme selbst schreibt dazu:

Weil unsere frische Milch ein reines Naturprodukt ist, darf auch unser Milchbeutel ihr in nichts nachstehen. Sein 40 %iger Kreideanteil minimiert den Kunststoffbedarf und sorgt für Standfestigkeit. Sie benötigen keinen zusätzlichen Behälter! Die Herstellung unseres Milchbeutels verbraucht weniger Wasser und Energie als für andere Einwegverpackungen. Und das Abfallvolumen reduziert sich im Vergleich zu Milchkartons um beeindruckende 66 %. (Quelle)

Für diese interessante Lösung hat Hemme sogar 2014 den deutschen Verpackungspreis und den German Design Award gewonnen. Ich kann die Umweltbilanz zwar nicht prüfen, aber für mich klingt das überzeugend und auch die Handhabung der Verpackung ist nicht schlechter als mit einem „normalen“ Tetrapack. Aufreißen geht ohne Probleme und die Packung steht auch, wenn sie nicht mehr ganz voll ist. Darüber hinaus kleckert und tropft nichts beim einschenken der Milch.

Geschmack

Herzstück der Hemme Milch ist natürlich der Geschmack. Den habe ich hier für den Test mal 1 zu 1 mit der Milbona Bio-Milch (Lidl, „länger haltbar“) verglichen. Die Unterschiede sind marginal, es ist beides gute, frische Milch. Irgendwie aber schmeckt die „echte“ Frischmilch von Hemme aus Niedersachsen dann aber doch anders und erinnert mich tatsächlich an die Frischmilch, die ich aus einer Zeit zu schätzen weiß, in der ESL-Milch im Supermarkt noch überhaupt kein Thema war.

Fazit 

Zwar ist die Hemme-Milch keine Milch, die eine teure und aufwändige Bio-Zertifizierung hinter sich hat, dafür kann man in Wedemark (Sprockhofer Straße 9) bei Hemme Milch vorbeischauen (unten habe ich auch ein Video eingebettet) und sich davon überzeugen, dass es den Tieren gut geht. Ob nun das Konzept Zertifizierung besser ist oder vertrauensvolle Tierhaltung ohne Zertifikat, das muss jeder selbst entscheiden. Für mich jedenfalls ist die innovativ verpackte Milch von Hemme eine echte alternative zur Supermarkt-Bio-Milch, die ähnlich bepreist ist und herrlich oldschool schmeckt.

Spannende Diskussionen haben sich übrigens online entwickelt rund um das Thema Milch, in dem auch Hemme Milch eine Rolle spielt. Diese Diskussion will ich euch natürlich nicht vorenthalten: Zum einen wird auf bauerwilli.com die interessante Frage gestellt „Liebe Milchbauern, was für eine Milch soll ich kaufen?„, zum anderen hat sich in einem regionalen Blog aus dem Örtchen Tantow in Brandenburg eine interessante Diskussion rund um die regionale Herkunft der Hemme Milch entwickelt, die damit zusammenhängt, dass es in der Uckermark auch noch einen Hemme Milchhof gibt.

Einblicke: Hof von Hemme Milch (Imagefilm)

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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