Restauranttest Unterwegs

Kleiner Speisesaal: Restaurant Geheimtipp in Uhlenhorst

Kleiner Speisesaal • Dorotheenstr. 33 • 22301 Hamburg (www)

Der Kleine Speisesaal ist – wie der Name vermuten lässt – ein kleines Restaurant (je ca. 40 Sitzplätze innen und außen) in Hamburg Uhlenhorst, das wir zuletzt ausprobiert haben. Dahin hat uns mehr oder weniger der Zufall gebracht, denn eigentlich wollten wir in ein anderes Restaurant, das dann aber ausgebucht war. Eine kurze Recherche bei Yelp brachte die sehr guten Bewertungen zu Tage und die Empfehlung des Thunfisches mit Sesam, der viele der Tester dort begeistert hat. Reservieren sollte man recht früh: Wir haben am Dienstag den letzten Tisch für Samstag Abend im Kleinen Speisesaal ergattern können. Ich bin deswegen auch gar nicht so sicher, ob dar Kleine Speisesaal in Uhlenhorst überhaupt noch ein Geheimtipp ist – wir kannten ihn jedenfalls aber bisher nicht.

Location

Der Kleine Speisesaal liegt in Uhlenhorst unweit der Außenalster in einem Viertel, in dem sich viele Restaurants und Boutiquen finden. Um ins Souterrain zu gelangen, muss man einige Stufen hinuntergehen. Abends ist das Restaurant angenehm beleuchtet – für meinen Geschmack ist es weder zu hell noch zu dunkel. Die Location an sich ist nicht besonders groß, aber die Tische stehen nicht zu dicht beeinander. Selbst ein Kinderwagen wurde ziemlich problemlos an uns vorbeigeschoben.

Darüber hinaus ist die Einrichtung klassisch: Weiße Tischdecken, dezente Dekoration, ein paar Farbakzente an den Wänden und Teelichter sowie frische Blümchen auf den Tischen. Übrigens kann man anscheinend selbst jetzt im November noch draußen in angebautes Zelt setzen, das auch reichlich genutzt worden ist und auch gemütlich aussah. Wir haben uns trotzdem für unseren reservierten Platz drinnen entschieden.

Service

Im Kleinen Speisesaal war der Service unaufdringlich, aufmerksam und freundlich. Wir haben uns wirklich gut umsorgt gefühlt den Abend über, obwohl jeder Platz besetzt war. Besonders schön war, dass wir die jeweils die Vor- und Nachspeisen geteilt haben und bei der Vorspeise dann sogar (statt zwei) vier Teller bekommen mit jeweils einer halben Vorspeise. Wenn man so auf die Wünsche der Gäste eingeht, ist das natürlich große Klasse! Für uns war das auch die richtige Entscheidung, denn die Portionen sind vergleichsweise groß.

Essen & Getränke

Die Speisekarte vom Kleinen Speisesaal ist übersichtlich: Es gibt eine Wochenkarte mit sechs Vorspeisen, vier Hauptgerichten und vier Desserts. Dazu gibt es noch vier Specials und insgesamt sechs verschiedene Gerichte in der Kategorie „Pasta/Salate/Risotto“. Wir haben uns als Vorspeise für den vielfach empfohlenen Thunfisch mit schwarzem Sesam und Wasabi-Creme auf einem Salatbett (13,50 €) entschieden, der netterweise auf zwei Teller aufgeteilt worden ist.

Der Thunfisch mit dem Sesam war sehr lecker, hatte den richtigen Garpunkt und wurde mit Salat, ein bisschen Ingwer und Wasabicreme serviert. Dazu stellte der Service uns eine Flasche Balsamico auf den Tisch als Dressing, der einen sehr angenehmen, leicht süßlichen Geschmack hatte. Die Wasabicreme war ordentlich scharf, hatte aber ebenfalls eine angenehme süße und die Konsistenz. Begleitet wurde das Essen von einem Nett Grauburgunder, der sehr kalt serviert worden ist. Mit einem leichten Anstieg der Temperatur mit der Zeit konnte dieser Wein fruchtige Aromen entwickeln und der Wein war preislich auch günstig (1l Flasche 22,- €).

Als zweites Hauptgericht konnten wir Boef bourguignon mit Gnocchi. Dabei handelt es sich um ein Gericht mit Rindfleisch mit brauner Sauce mit Rotwein. Die Gnocchi waren augenscheinlich selbst gemacht und hatten eine typische Konsistenz. Das Fleisch war optimal zart und die Sauce war kräftig abgeschmeckt. Mich erinnerte die Sauce an hausgemachtes Gulasch, das raffiniert zubereitet worden ist.

Zur Nachspeise haben wir Tarte tatin mit Walnusseis bestellt. Das war ein leckerer warmer Kuchenboden mit Apfelringen. Mit dem kalten Walnusseis (und den Walnüssen) war dies ein tolles Zusammenspiel aus warm/kalt sowie fruchtig-süß und herb. Besonders mir als Walnuss-Fan hat das intensive Walnuss-Eis gut gefallen.

Fazit zum Test

Location klein und gemütlich, Service zuvorkommend, hohe Qualität der Gerichte und gute Weine. Was will man mehr? Für die wirklich moderaten Preise ist der Kleine Speisesaal in meinen Augen ein echter Geheimtipp in Hamburg Uhlenhorst. Wer reservieren möchte, sollte allerdings bedenken, dass es nur jeweils 40 Plätze innen und außen gibt.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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