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Kochzauber Kochbox: Quadratisch, praktisch… gut?

Kochzauber heißt die Konkurrenz von Hello Fresh, die wir schon ausführlich bei Hamburg Schmackhaft vorgestellt haben. Das Prinzip ist bei Kochzauber so ziemlich das gleiche wie bei anderen Kochboxen auch: Ich bestelle im Netz ein Abonnement und mir kommt ein mal wöchentlich eine Lieferung mit Zutaten sowie passenden Rezepten ins Haus. Wir haben für den Test für 39,- € bei Kochzauber bestellt und uns für die „Original Kochbox*“ entschieden, die vielfältige Gerichte mit Fleisch bieten soll. Im Test zeigen kochen und schmecken wir uns durch die Gerichte und zeigen euch, wie viel Zauber eigentlich in Kochzauber steckt.

Wie funktioniert Kochzauber und was kostet es?

Zunächst aber einmal eine kleine Anleitung, wie Kochzauber überhaupt funktioniert. Wer sich schon in der Welt der Kochboxen Zuhause fühlt, kann diesen Teil sicher überspringen, denn das Prinzip ist anderen Anbietern auf diesem Markt sehr ähnlich. Ihr könnt bei Kochzauber euer Wunschmenü für die Woche auswählen* (Klassisch mit Fleisch, „Kleine-Helden“-Box für Familien mit Kindern, Veggie Box oder die kalorienarme Weight Watchers Variante). Unsere Klassik Box liegt bei 39,- € inkl. Versand, was 6,50 € pro Gericht macht. Daraus erhalten wir drei Mahlzeiten für zwei Personen, insgesamt also sechs Gerichte. Preislich liegt Kochzauber also in etwa gleichauf mit der Konkurrenz von Hello Fresh, bei der eine vergleichbare Box rund ~40,- € kostet.

Für Freunde von Küchenmaschinen bietet Kochzauber eine Box für die Küchenmaschine Monsieur Cuisine* an, die sicherlich aber auch mit anderen Küchenmaschinen kompatibel ist.

Bestellung und Lieferung

Kochboxen sind natürlich in erster Linie dafür da, zwei Bedürfnisse zu erfüllen: Zum einen sind sie dafür da, insbesondere Berufstätigen eine Möglichkeit zu geben, Zeit beim Einkaufen richtiger Zutaten und Heraussuchen von Rezepten zu sparen. Da macht auch Kochzauber keine Ausnahme und deswegen gibt es auch Lieferzeiten, die sich mit einem geregelten Job vereinbaren lassen. Geliefert wird – zumindest hier in Hamburg – per DHL, was im Test sehr gut geklappt hat. Die Kochbox kam gut gekühlt zur bestellten Zeit (Freitag, 19:30 Uhr, das Zeitfenster war 18:00 – 20:00 Uhr) an.

Umweltbilanz

In Sachen Umweltbilanz finde ich die Ansätze von Kochzauber löblich: Die Zutaten sind nicht so extrem verpackt wie bei Hello Fresh, was evtl. zu Beschädigungen führen kann – bei uns lief aber alles glatt. Die Kühlpacks bei Kochzauber sind nicht mit chemischem Gel gefühlt, sondern mit herkömmlichem Wasser, das man ganz normal über den Abguss entsorgen kann (alternativ: Wiederverwenden!). Am Ende fällt für die Lieferung (abgesehen von den Produktverpackungen, die beim normalen Einkauf auch anfallen) eigentlich nur eine Kühltasche, ein großer Karton und die kleinen Plastiktüten der Kühlpacks an. Naja, und natürlich die Rezepte, aber die braucht man ja nun auch, wobei es hier natürlich in Zukunft möglich wäre, diese auch digital für Kunden über eine App anzubieten.

Lebensmittelqualität

Die Qualität der zugelieferten Lebensmittel geht voll in Ordnung. Besonders viel Bio oder regionale Produkte haben wir allerdings nicht entdeckt. Der Mozarella war bspw. „bio“ und die Kartoffeln aus Niedersachsen, was ich in Hamburg auf jeden Fall noch als regional durchgehen lassen würde. Insgesamt wirkte die Qualität wie gehobene Supermarktqualität, wobei die vorgeschnittenen Schwarzwurzeln eine besonders Freude waren (Schälen macht eine Sauerei!) und die Tortelloni von Mondo Pasta aus Berlin optisch einen guten Eindruck machten. Auch das Fleisch wirkte qualitativ hochwertig.

Gefasst sein muss man bei Kochzauber darauf, einige Küchen-Basics im Haus zu haben, wie z. B. Öl, Pfeffer, Salz oder auch Balsamico. Hier wird man bereits vorab per E-Mail informiert welche Zutaten man im Haus haben sollte. Das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Frische Kräuter werden mitgliefert.

Kochen: Einfach, aber mit Timing-Problemen

Wir sind jetzt ja schon alte „Kochbox-Hasen“, trotzdem stellte uns nun auch die zweite Session mit Kochzauber vor eine Herausforderung. Obwohl die Rezepte recht einfach waren, muss man sich dennoch genauso viele Gedanken über das Timing machen, als würde man nach „normalen“ Rezepten kochen. In 6-7 Schritten wird man zielsicher durch die Zubereitung geleitet, auch wenn ich bei den Rostbratwürstchen mit Belugalinsensalat und Schupfnudeln darauf verzichtet habe, die Pfanne zwei mal zwischendurch zu säubern – hätte ich das gemacht, hätte der Zeitplan niemals gepasst. Wer wäscht bitte eine Pfanne zwei mal zwischendurch ab?

Obwohl die Gerichte im Grunde einfach sind, ist das Timing schwierig: Bei den Putensteaks mit Schwarzwurzeln und Ofenkartoffeln kamen wir beim Kochen schon mächtig ins Schwitzen. Weil man dauernd die einzelnen Schritte durchgeht und das Gericht weniger internalisiert wie beim normalen Kochen, ist es sehr schwer, alle Teile eines Gerichts gleichzeitig fertig zu kriegen. Im Falle der Kartoffelecken führte die aufkommende Hektik dazu, dass diese mit ein paar „Röstaromen“ bedacht wurden, die in dieser Intensität nicht eingeplant waren. Ganz schön anstrengend, so ein stressfreies Kochen! Trotz der kleinen Schwierigkeiten haben wir den Eindruck, dass die Gerichte bei Kochzauber* insgesamt etwas einfacher zuzubereiten sind als bei Hello Fresh.

Portionsgröße & Geschmack

„Sollen wirklich alle Würstchen gebraten werden?!“ So oder so ähnlich dachte ich, als ich die Rostbratwürstchen mit Belugalinsensalat und Schupfnudeln zubereitet habe. Ja, kommt alles rein, sagt das Rezept und es will auch nicht nachmehrmaligem Draufschauen davon abrücken. Ca. 300g Rostbratwürstchen allein sind schon ordentlich, in Kombination mit 400g Schupfnudeln, die auch alles andere als „leicht“ sind, war uns das – trotz 2 Std. Lauftraining und spärliches Mittagessen an diesem Tag – viel zu viel. Denn zu Schupfnudeln und Bratwürsten gab es ja auch noch einen Belugalinsensalat. Auch wenn der Linsensalat echt klasse war, war uns beiden das Gericht deutlich zu deftig und „schwer“ mit zu viel Fleisch.

Die Tortelloni mit Tomate-Mozarella-Füllung und gebackenen Kirschtomaten wirkten zwar eigentlich gut, trafen leider aber auch nicht ganz unseren Geschmack: Wir fanden die Tortelloni Füllung etwas trocken und geschmacklich nicht überzeugend. Hier ist uns auch vom Konzept her nicht ganz klar geworden, warum man Tortellino mit Tomate-Mozarella-Füllung ausgerechnet zu einem Gericht servieren muss, dessen Hauptzutaten Tomaten und Mozarella sind. Gerade im Verhältnis zur frischen Kombination aus Tomate, Mozarella und Basilikum wirkte die Tortelloni Füllung dann leider etwas aufdringlich.

Das Gericht mit Putensteaks, Schwarzwurzeln und Estragon-Senf-Sauce und Ofenkartoffeln hat uns insgesamt am meisten zugesagt geschmacklich. Das Fleisch hatte ein top Qualität und obwohl wir die Röstiecken etwas zu lange im Ofen gelassen hatten, war der Geschmack gut. Etwas würziger hätten diese vielleicht sein können. Insbesondere die Schwarzwurzeln in Estragon-Senf-Sauce waren ein echtes Highlight, was uns nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Dadurch haben wir auch Estragon das erste mal selbst verwendet und es wird nun sicher häufiger zum Einsatz kommen.

Fazit zum Test von Kochzauber

Kochzauber liefert mit seinen Kochboxen ein rundes Konzept ab: Es gibt eine schnelle, in unserem Falle problemlose Lieferung, vergleichsweise wenig Müll und qualitativ hochwertige Produkte zum moderaten Preis. Bei unserer getesteten Original Kochbox* waren die Portionen groß, wirklich verzaubert wurden wir allerdings nur in Teilen. Ein Hauch von Zauber und Überraschung haben wir nur beim Schwarzwurzelsalat und beim Belugalinsensalat verspürt. Dafür waren die Gerichte aber auch etwas einfacher zuzubereiten als bei der Kochbox Konkurrenz von Hello Fresh. Vielleicht war es auch Zufall, dass uns die Gerichte nicht so zugesagt haben und es könnte diese Woche schon ganz anders aussehen. Vom Ablauf her und qualitativ können wir Kochzauber jedenfalls empfehlen. Wenn euch die Gerichte zusagen und ihr nach einfachen Kochboxen sucht, könnt ihr Kochzauber auf jeden Fall ausprobieren!

Wollt ihr die Kochboxen auch mal ausprobieren: Hier geht es zur Anmeldung bei Kochzauber*.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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