Bistro Restauranttest Unterwegs

Qrito Burrito Restaurant am Grindel: Zu Gast bei Freunden

Qrito • Grindelallee 79 • 20146 Hamburg (www)

Das Qrito in der Grindelallee gehört schon länger zu meinen Anlaufpunkten zum Mittagessen, auch wenn nach einem Burrito das anschließende Suppenkoma garantiert ist. Was Burritos in Hamburg angeht, scheint mir das bisher noch ein relativ neuer Trend zu sein. Da ist die Hauptstadt bspw. deutlich weiter und der Burrito gehört quasi schon zu den Grundnahrungsmittel der Berliner. Auch Qrito ist noch gar nicht so lange an der Grindelallee ansässig, aber hat sich in gewisser Weise schon etabliert. Grund genug den Burrito im Uni-Viertel zu testen.

Location & Ambiente

Das Personal im Qrito strahlt eine angenehme Freundlichkeit aus und man fühlt gleich wie im Wohnzimmer eines Freundes. Leider hat dieser Freund keinen besonderen Wert auf seine Einrichtung gelegt und wohnt an einer der lautesten Hauptstraßen Hamburgs. Location und Ambiente gehören – trotz der lockeren Atmosphäre – zu den Schwächen des Qrito. Tische und Stühle sind eher funktional und der Laden versprüht allgemein optisch keinen besonderen Charme. Auf Leder-Sitzwürfeln sitzt man selbst mit einer Größe von 1,90m zu tief und man hat direkten Blick auf die Ordner der Buchhaltung des Ladens, wenn man an einem großen Tisch in der Ecke sitzt. Ist das schlimm? Ganz ehrlich: Nein! Denn das Qrito versprüht mit dieser eher gewöhnungsbedürftigen Einrichtungsart dann doch wieder einen Charme zum liebhaben und man fühlt sich einfach ein bisschen wie in einem anderen (vllt. südamerikanischen?) Land, in dem die deutsche Akkuratesse nicht so penibel hochgehalten wird.

Außenplätze sind auch vorhanden. Bei gutem Wetter kann man die Bierbänke an der Grindelallee im Grunde auch sehr bequem nutzen, aber es bleibt eben die Grindelallee. Die vielen Fußgänger, Fahrradfahrer und vor allen Dingen die Autos, die auf den vier Spuren unterwegs sind, sorgen gerade zur Mittagszeit für recht erheblichen Lärm. Aber was macht das schon, wenn man bei Freunden isst?

Service

Das Qrito ist ein Selbstbedienungsladen, in dem man sich die Burritos (daneben gibt es noch andere Produkte wie z. B. Quesadilla oder Tacos, ich will mich hier auf die Burritos beschränken) entweder per Quick-Order bestellt oder – meine Empfehlung – nach eigenem Geschmack zusammenstellt. Dabei kann man das Brot (Weizen, Kräuter, Tomate, Vollkorn…), das Fleisch, den Reis und den sonstigen Belag selbst auswählen und zusammenstellen. Aktuell scheint es Schwierigkeiten zu geben, für das Qrito dauerhaft gutes Personal zu finden, was bisher aber nicht unbedingt negativ aufgefallen ist. Lediglich ein einziges mal lag der Burrito einfach viel zu kurz auf dem Grill, sodass er einfach zu kalt war. Ich rede hier aber von mehr als zehn besuchen, die ich mittlerweile im Qrito war.

Ansonsten ist der Service sehr gut. Wenn ihr nicht sicher seid, ob eine Sauce schmeckt, bekommt ihr die Gelegenheit zu probieren. Der Bestellprozess dürfte niemanden überfordern. Am Ende sagt ihr euren Namen und setzt euch. Der Burrito wird euch dann zum Platz gebracht und der leere Teller wird auch wieder abgeräumt. Bezahlt wird dann im Nachhinein. Zur geradezu freundschaftlichen Atmosphäre gehört es auch, dass ihr euch die Getränke selbst nehmt und dann auch bezahlt. Es gibt auch eine Bonus Karte bei Qrito: Mit 12 Stempeln bekommt ihr einen Burrito und ein Getränk gratis.

Essen und Getränke

Ich will hier vor allen Dingen auf die namensgebenden Burritos eingehen, die es mit Rind-, Schweine- und Hähnchenfleisch gibt. Natürlich gibt es für die Vegetarier unter euch auch Tofu, das sehr gut schmecken soll. Preislich liegen die Burritos aktuell zwischen 6,60 € (mit Schweinefleisch) und 7,90 € (mit Rindfleisch). Mein persönlicher Favourit, von dem ich euch auch Bilder hier einstelle, ist der Chicken Poblano für 7,40 €. Nimmt man z. B. noch eine Fritz Cola dazu, liegt man etwa bei 10,- €. Wem Fritz Cola nicht hipp genug ist, der kann bei Qrito auch Dr. Pepper oder die recht neue Anjola Limonade trinken.

Ich war lange Zeit Burrito-Skeptiker, habe aber später rausgefunden, dass ich einfach kein Freund von Koriander bin, der normalerweise auf dem Burrito obligatorisch ist. Das ist natürlich kein Problem. Mir gefällt der Qrito-Burrito: Die Saucen sind geschmackvoll, die Zutaten wirken immer frisch und das Fleisch ist zart. Dank der verschiedenen Saucen und Kombinationsmöglichkeiten tun sich immer wieder neue Möglichkeiten auf. Im Gegensatz zum schnöden Dürüm-Döner (der allerdings auch deutlich günstiger ist), der dem Burrito äußerlich sehr nahe kommt, tun sich beim Burrito etwas komplexere Geschmackswelten auf. Ich kann Qrito daher hier besten Gewissens weiterempfehlen.

Fazit

Qrito ist Essen bei Freunden. Was das Lokal nicht an stilvoller Einrichtung bieten kann, wiegt es an freundschaftlicher Atmosphäre und leckerem Essen auf. Ob das Qrito der beste Burrito der Stadt ist, kann ich nicht sagen. Im Vergleich zu einigen (sehr guten) Berliner Burrito Läden kann der Hamburger Burrito im Grindelviertel sehr gut mithalten! Zwar ist der Burrito als Mittagssnack deutlich teurer als ein optisch vergleichbarer Dürüm-Döner, mit dem etwas höheren Preis skaliert der Geschmack allerdings auch mit.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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