Restauranttest

Restaurant Imara im Test: Spanisch-marrokanische Tapas Fusion

Restaurant Imara • Eppendorfer Weg 186 • 20253 Hamburg (www)

Im Restaurant Imara im Eppendorfer Weg werden Tapas serviert; keine 0815-Tapas, wie man sie sonst kennt, sondern Tapas mit marokkanischen Einflüssen. Diese Fusion der spanischen Küche mit der marokkanischen soll den Besuch im Imara zu einem kulinarischen Erlebnis machen. In unserem Test, der auf mittlerweile einigen Besuchen des Imara basiert, erfahrt ihr, wie gut uns diese Kombination gefällt.

Location

Das Restaurant Imara befindet sich im Eppendorfer Weg in bester Lage in Hoheluft-West nah an der U-Bahn Haltestelle Hoheluftbrücke (U3). Wer mit dem Auto anreist, wird für die Parkplatzsuche etwas Zeit einplanen müssen. Wirklich verzweifelt bin ich vor Ort aber selbst am Wochenende nie – irgendwo ist immer eine Parklücke frei. Das Imara ist kaum zu übersehen: Dank des säulenartigen Aufbaus der Fassade mit den großen, langgezogenen Fenstern wirkt das Gebäude von außen wie ein Tempel. Innen geht es gediegen zu bei stimmungsvoller Beleuchtung in zartem Lila. Für meinen Geschmack ist es aber etwas zu dunkel.

Das Restaurant Imara ist in mehrere Bereiche aufgeteilt: Draußen sitzt man sehr bequem bei gutem Wetter auch mit größeren Gruppen. Drinnen gibt es den Hauptgastraum mit einem großen Kronleuchter, der auch direkt den Barbereich einschließt. Darüber hinaus gibt es noch einen Nebenraum, der eine Art Lounge-Bereich darstellt. Dieser Lounge Bereich gefällt mir leider nicht so gut. Hier sitzt man an sehr dekorativen, aber leider viel zu niedrigen Tischen auf Hockern ohne Rückenlehne. Das führt – insbesondere bei größeren Menschen – dazu, dass man gerade beim Essen in eine typische „Affe-auf-Schleifstein“-Sitzposition verfällt. So „loungig“ dieser Raum optisch auch sein mag, für mich ist das für ein gemütliches Essen nichts. Ich kann aber insoweit „Entwarnung“ geben, dass ich von von einer Vielzahl von Reservierungen nur einmal im Nebenraum gelandet bin.

Service

Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Besuch im Restaurant Imara erinnern. Da wurden wir gleich zum Start euphorisch in ein „Verkaufsgespräch“ verwickelt, ob wir diesen oder jenen Drink zum Start genießen möchten oder dergleichen, was wir freundlich ablehnten, um uns selbst erst einmal ein Bild von der Karte zu machen. Dieses nicht unfreundliche, aber etwas anstrengende Gebaren wurde wurde zum Glück eingestellt und die hanseatische Zurückhaltung ist eingekehrt. was mir sehr gut gefällt. Auch ansonsten habe ich beim Punkt Service wenig zu meckern: Man wird freundlich begrüßt und es wird den Gästen die Jacke abgenommen, um sie dann zu den Plätzen zu bringen. Probleme bei der Zuordnung von Bestellungen, die durchaus sehr viele verschiedene Posten enthalten können, habe ich bislang trotz mehrfacher Besuche und z. T. großer Bestellungen mit vielen Tapas nicht erlebt und auch übermäßig lange warten mussten wir bisher nicht.

Essen & Getränke

Zum Start gibt es im Imara immer Brotstreifen mit zwei verschiedenen Oliven-Dips. Daher wäre auch mein Tipp, möglichst kein Brot mehr von der Karte zu bestellen. Das Brot ist außen knusprig, innen schön fluffig. Die Olivenpasten sind ganz lecker – wenn man Oliven mag… . Die Karte ist aufgrund der vielen Tapas recht groß und ich will hier nur auf einige der vielen Tapas-Variationen eingehen, die mir besonders aufgefallen sind. Zum Start finde ich das Orangen-Möhren-Ingwersüppchen mit Cumin und Zitronengras für 5,80 € sehr lecker, weil es nicht zu zaghaft abgeschmeckt ist und dank Cumin, Ingwer und Zitronengras schon etwas die kulinarische Finesse des Imara vermitteln kann. Aufgrund der z. T. recht ordentlichen Größe der Tapas-Portionen sind etwa drei bis vier Tapas pro Person realistisch, die – je nach Auswahl – etwa 5 – 10,- € kosten.

Der Kalifensalat mit Hähnchenbrust für 7,20 € ist allein schon so eine große Portion, dass er schon fast als eigener Gang durchgeht. Geschmacklich ist der Salat gelungen, aber nicht der außergewöhnlichste Tapa auf der Karte des Imara. Besonders lecker – und hier kommt wirklich spanische Tapas-Kultur mit marokkanischer Küche zusammen – sind die Tajinen mit Lamm- (8,50 €) oder Rindfleisch (9,- €). Die dunklen Saucen sind herrlich gewürzt mit durchaus unerwarteten Geschmacksnuancen. Ich meine in einer dunklen Sauce z. B. Anis herausgeschmeckt zu haben, was ein kleiner Aha-Effekt war.

Wenn man richtig auswählt, ergibt sich so im Imara ein ausgefallenes Menü mit einigen derartigen Aha-Effekten. Diese geschmacklichen Ausreißer sind es, weswegen ich das Restaurant Imara so wertschätze: Hier und da ein bisschen Honig, Cranberries oder einfach aus der Reihe tanzende Gewürze peppen die Tapas so auf, dass einige von der Karte wirklich einzigartig sind. Rechnet man so einen Abend im Restaurant Imara zusammen, kann man recht günstig satt werden. Die Kritik, das Imara sei zu teuer, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Denn mit (kostenlosem) Brot mit Dips als Vorspeise, Suppe, Kalifensalat und einer Tajine mit feinem Lammkeulenfleisch landet man etwa (ohne Getränke) bei 21,50 €. Selbst wenn man jetzt noch als Nachspeise z. B. das Nougat-Kardamom-Mousse mit Beeren für 6,80 € nimmt, ist man für Küche auf sehr hohem Niveau immer noch unter 30,- €. Den Bar-Bereich und die durchaus umfangreiche Cocktail-Karte habe ich bisher – bis auf einen alkoholfreien Cocktail – noch nicht getestet.

Fazit zum Test

Das Imara mit seiner spanisch-marokkanischen Küche kann ich nur empfehlen: Das Restaurant hat für mich auch nach einigen Besuchen immer mal wieder etwas neues zu bieten, weil die Karte so vielfältig ist – auch wenn ich beim nächsten Besuch wahrscheinlich wieder nicht um die Lammkeulen-Tajine herumkommen werde… . Dank der mutigen, z. T. überraschenden Komposition und Würzungen der Tapas hebt sich das Imara spürbar vom üblichen Einerlei ab, ohne dabei Tapas-Klassiker aus dem Blick zu verlieren.

Wart ihr schon im Restaurant Imara im Eppendorfer Weg? Wir würden uns über eure Erfahrungen und Kommentare freuen!

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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