Restauranttest

Restaurant Nordlicht in Harburg: Perle im Süden

Restaurant Nordlicht • Veritaskai 2 • 21079 Hamburg (www)

An der Süderelbe am Harbuger Hafen liegt das Nordlicht, das aus der Perspektive der Innenstadt-Hamburger eigentlich im Süden liegt und dazu noch ein bisschen „ab vom Schuss“ ist. Das Restaurant, das in der Google Suche als „Gourmet-Restaurant“ bezeichnet ist und immerhin 13 Punkte im Gault Millau Führer hat, ist keines, das man durch Zufall findet. Unser Test zeigt, ob sich die Anfahrt zum Nordlicht lohnt. Getestet haben wir das 4-Gänge-Menü für zwei Personen, das derzeit für über Groupon für 49,90 für zwei Personen* erhältlich ist.

Location

Die Straße Veritaskai liegt direkt am Harburger Hafen. Abends wirkt die Gegen recht verlassen, was das Parken dort aber auch vergleichsweise entspannt macht. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein Parkhaus, sodass man zur Not auch kostenpflichtig parken kann.

Hat man das Restaurant Nordlicht betreten, wird man freundlich empfangen. Das Gebäuse an sich ist zwar modern, hat aber hat einige klassische Stil- und Einrichtungselemente. Die Beleuchtung ist angenehm warm und an vielen Stellen findet sich indirekte Beleuchtung über Wandstrahler. Darüber hinaus gibt es einige schöne Einrichtungsdetails, wie z. B. eine Garderobe, die an Ketten an der Decke hängt und einige Gemälde mit maritimen Motiven, passend zur Lage am Harburger Hafen. Das Restaurant Nordlicht ist zweigeteilt: Der obere Bereich hat viele große Fenster, der Souterrain-Bereich nicht. Trotzdem wirkt auch dieser Bereich einladend, wenngleich ich lieber oben sitze. Es gibt an der Eingangstreppe zum oberen Bereich einen Lift für Rollstühle.

Service

Im Nordlicht wird stark auf eine professionelle Atmosphäre wert gelegt mit eigenem Dresscode und einer Bedienung, die sehr bemüht ist, die Details jedes Gerichts vorzutragen. Die Getränke werden immer aufgefüllt und es wird mehrfach während des abends gefragt, ob wir mit dem jeweiligen Gang zufrieden sind. Auch auf die Frage nach einem passenden Wein zum Hauptgang wird prompt reagiert und ich bekomme einen leckeren Grauen Burgunder, der auch tatsächlich erst kurz vor dem Hauptgang geliefert wird. Den Abend über läuft alles ohne Fehl und Tadel, wenngleich mir das häufige Nachschenken des Wassers schon fast ein bisschen zu übereifrig ist und insgesamt der Funke zum Service nicht übergesprungen ist. Die Betreuung ist rundum professionell, ein bisschen Lockerheit zwischen den auswendig vorgetragenen Gängen würde dem Restaurant Nordlicht aber sehr gut tun.

Essen & Getränke

Wie gesagt haben wir das günstige Groupon Menü mit vier Gängen für 49,90 €* ausprobiert. Das Menü beginnt mit einem gelungenen Gruß aus der Küche, der aus einer hausgemachten Krokette, einer kleinen Kartoffelsuppe und einem Löffel würzigem Kartoffelsalat beginnt, ganz nach dem Thema „Kartoffel“, der sich das Restaurant Nordlicht derzeit verschreibt. Danach kommt der erste Gang: drei verschiedenen hausgemachten Brotsorten, die mit drei verschiedenen Dips (Olivendip) bzw. Aufstrichen (Gänseschmalz, salzige Butter) geliefert werden. Die z. T. doch recht aufwändig klingenden Brotsorten (z. B. Weißbier Honig) schmeckten alle sehr gut und waren ersichtlich selbst gebacken und keine Industrieware, auch wenn nur das Brot mit getrockneter Tomaten und Kräutern wirklich außergewöhnlich schmeckte. Die dazugehörigen Dips (insbesondere der mittlere mit Oliven) waren auch sehr lecker.

Während wir noch mit dem Brot beschäftigt sind, kommt auch schon die Vorspeise mit reichlicher Portion Kalbstatar, Sprossen mit Sojasoße und Creme Fraiche. Das Tatar schmeckt sehr gut, wenngleich die Würzung hätte komplexer sein können. Bei den Sprossen war jemand auf beiden Tellern mit der Sojasoße etwas übermotiviert, insgesamt kann man den etwas dominanten Geschmack aber mit der Creme Fraiche gut dämpfen. Als man uns nach der sehr guten, aber auch sehr reichlichen Selleriesuppe mit Lachs und Trüffel fragt, ob wir mehr Brot wollen, lehnen wir dankend ab. Der Hauptgang, Auerochse mit Spitzkohl und „Blauem Heinrich“ (eine violette Kartoffelsorte!), schmeckt tadellos mit sehr zartem Fleisch und einer herrlich würzigen, klassischen Bratensoße. Geschafft haben wir die Portion mit reichlich Fleisch allerdings nicht ansatzweise.

Der Nachtisch klingt zwar auf den ersten Blick nicht so raffiniert, aber die Mandarinen Panna Cotta mit einer Kugel Vanilleeis, Grand Manier Soße und einigen Schokoflocken haben es in der Kombination Faustdick hinter den Ohren. Die süße, leicht alkoholische Grand Manier Soße geben zusammen mit dem Eis und der etwas festeren Panna Cotta eine interessante geschmackliche Komposition ab, die durch ihre Einfachheit besticht.

Fazit zum Test

Das Restaurant Nordlicht liegt in Harburg zwar etwas abgelegen, aber ist durchaus einen Besuch wert! Der Service ist professionell und zuvorkommend und das Essen von gehobener Qualität. In meinen Augen ist das Groupon-Angebot für vier Gänge* plus Gruß aus der Küche sehr günstig. Ich hoffe sehr, dass das Restaurant Nordlicht aufgrund seiner doch eher versteckten Lage im Harburger Hafen kein Geheimtipp bleibt!

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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