Lieferservice-Test

Stadtsalat im Test: Grün + gesund = Genuss?

Stadtsalat, ein Startup aus Hamburg, verspricht vollmundig, dass man bei ihnen „besten Salate der Stadt online“ bestellen kann. Angesichts der oft ernüchternden Salatlieferungen bei „normalen“ Lieferdiensten finden wir die Idee hochwertiger Bestell-Salate grundsympathisch und testen Stadtsalat für euch.

Was ist Stadtsalat?

Stadtsalat ist ein Lieferdienst, der sich auf Salate spezialisiert hat. Das Portal hamburg-startups.net hat ein Interview mit den beiden Gründern geführt, die keine Gastronomen sind, sondern eine Digital-Agentur betreiben. Auf die Frage, wie sie auf die Idee zu Stadtsalat gekommen sind, antwortet einer der Gründer Anfang 2016:

In Deutschland gibt es keinen Salat-Lieferservice: Wir sind die erste Online-Salatbar. Wir haben eine relativ kleine Karte, was es einfacher macht, sich zu fokussieren und eine hohe Qualität zu gewährleisten. Wir arbeiten komplett ohne Zusatzstoffe, entwickeln unser eigenes Digitalprodukt und stemmen unsere eigene Logistik. Das macht uns schneller, unabhängiger und gesünder als die Konkurrenz. [Quelle]

Für mich ist die Idee dabei eigentlich sogar besser, als im Interview präsentiert und passt einfach wahnsinnig gut zum Zeitgeist: 1. Es geht um gesundes Essen, das ist schon bei Lieferservices wirklich eine rare Gattung. 2. Es geht um Salat und gute Salate bei Lieferservices zu bekommen, ist schwierig bis unmöglich. Ich habe jedenfalls bisher durchgehend die Erfahrung gemacht, dass Salate auf den Karten von Pizza-, Croque-, oder sonstigen Lieferservices lieblos gemacht sind, qualitativ minderwertig und schlicht zu teuer für das Gebotene. Welke Eisbergsalate, grob geschnittene, belanglose Zutaten… naja, die Liste der Mängel, die ich hier aus eigener Erfahrung aufzählen könnte, ist lang, viel zu lang. Daher bin ich auch für den Test mit voller Vorfreude an Stadtsalat herangegangen.

Verlauf der Bestellung, Liefergebiet

Stadtsalat findet sich bei den typischen Lieferservice-Portalen nicht (Lieferando, pizza.de, Lieferheld), man muss also entweder über die Adresse stadtsalat.de bestellen oder über Foodora, wobei im letzteren Falle das Liefergebiet kleiner zu sein scheint. Jedenfalls in meinem Falle würde eine Bestellung über Foodora nicht funktionieren. Beim Konkurrenten Deliveroo konnte ich nur eine Stadtsalat-Seite über Google finden, die mittlerweile nicht mehr aktiv zu sein scheint. Soweit zu den Optionen der Bestellung. Ich habe mich für die Bestellung direkt über die Stadtsalat-Seite entschieden. Da es derzeit auch keine App gibt (eigentlich schade!), ist dies auch für mich die einzige Option, um an meinen ersehnten „Hamburger-Startup-Salat“ zu kommen. Da der Bestellprozess selbsterklärend und intuitiv ist, will ich dazu weiter nichts schreiben (zu den Preisen gleich).

Stadtsalat Liefergebiet Hamburg Stand März 2017

Das Liefergebiet, das von den Stadtsalat-Lieferanten mit dem Fahrrad angefahren wird, ist schon recht groß (oben die Karte zeigt das Liefergebiet Stand März 2017 [Quelle]). Bei uns hat die Lieferung von zwei Salaten an einem Sonntag Abend verträgliche 45min gedauert. Die zu erwartende Lieferzeit (die in diesem Falle auch gut hinhaute), wird übrigens auf der Homepage vor der Bestellung angezeigt.

Mindestbestellwert und Preise

Die Preise bei Stadtsalat sind – gerade weil es sich um Salat handelt – nicht unbedingt niedrig. Bis 14,99 € fällt dazu eine Liefergebühr von 2,90 € an, ab 15,- € ist wird der Salat kostenlos geliefert. Wer noch Besteck dazu braucht, kann dies für 0,90 € dazubestellen. Wir haben uns bei unserer Bestellung für den „Marvelous Meze“ und den „Hamburg Surpreme“ entschieden, also einem vegetarischen Salat und einem mit Fleisch und Garnelen und lagen (ohne Beilagen und Trinkgeld) bei insgesamt 22,30 €. Nicht unbedingt weniger als bei anderen Lieferservices, wenn man etwa asiatisches oder italienisches Essen bestellt, aber eben „nur“ Salat. Umso gespannter waren wir natürlich auf die Qualität des Essens und ob wir wirklich satt werden.

Gutscheine, Rabatt-Aktionen oder dergleichen gibt es bei Stadtsalat nicht (mehr). Lediglich ein Bonusprogramm gibt es. Ein Freisalat nach 18 (achtzehn!) bestellten Salaten erscheint mir nur für echte Stammkunden erwähnenswert.

Geschmack: Salat-Königsklasse

Zunächst einmal zu den Zutaten der zwei Salate, die wir bei Stadtsalat bestellt haben. Der Hamburg Surpreme (12,90 €) besteht aus Rucola, Blattsalaten, Kirschtomaten, (jungen) Kartoffeln, Riesengarnelen, Rindersteak, Parmesan und Rucola-Dressing. The Marvelous Meze ist ein vegetarischer Salat mit Blattsalaten, jungen Salaten, Quinoa, Kirchererbsen, Möhren, Datteln, Pita-Brot und Gurken-Tahini-Dressing. Beide Salate, die jeweils in einer Pappschale geliefert werden, aus der man gut essen kann, waren gut geschnitten und enthielten nur sichtbar frische Zutaten. Die Portion wirkte gleich zu Beginn wirklich sehr groß, hat sich dann aber als sehr angenehm herausgestellt (weder zu viel noch zu wenig!).

Die Dressings haben sich wirklich sehr gut zum Salat gemacht. Besonders der Marvelous Meze Salat war interessant: Das gezupfte Pita-Brot machte zusätzliches Brot überflüssig und war geschmacklich eine nette Abwechslung. Toll waren die offenbar angerösteten Kirchererbsen und die feinen Datteln, die eine leichte, interessante Süße in das Gericht gebracht haben. Auch die Möhren mit Kardamon waren sehr lecker und erfrischend anders. Insbesondere bei diesem Salat waren wir uns einig, dass dieser durchaus im Wettkampf um den Titel „bester Salat Hamburgs“ antreten könnte. Und ich meine damit keineswegs Lieferdienst-Salat: Stadtsalat übertrifft die üblichen lieblos Salate anderer Lieferdienste spielend. Was hier geliefert wird, hat locker gehobene Restaurant Qualität,

Aber, kein Test ohne Kritik, auch wenn diese hier spärlich ausfällt: Das Fleisch war zartrosa gebraten und lecker, würzig war es aber nicht. Außerdem finde ich, dass die Garnelen und das Rindersteak so spärlich im Hamburg Surpreme Salat zu finden sind, dass es sich für den gehobenen Preis von 12,90 € nur bedingt lohnt, diesen zu bestellen. Preis und Leistung stehen beim The Marvelous Meze in einem besseren Verhältnis, gerade weil dieser Salat wirklich einige echte „Aha-Effekte“ mitbringt.

Fazit zum Stadtsalat-Test

Bei Stadtsalat bestellen ist nicht billig. Dafür stellt der Salat Lieferdienst aus Hamburg (zumindest derzeit, der Markt ist umkämpft) qualitativ jeden anderen „Lieferdienst-Salat“ in den Schatten, die nach meiner Erfahrung meist eher lieblos gemacht sind und für das gebotene dann doch zu teuer. Wer Premium-Salat sucht und satt werden will, ist mit einer Bestellung bei Stadtsalat bestens bedient und darf sich über kreative Kreationen freuen, die selbst Salat-Muffel überzeugen dürften.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

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