Produkttest

Tonka Gin im Test: Einzigartig dank Tonkabohne?

Heute habe ich einen Gin für euch, der laut Etikett sogar aus Hamburg kommt: den Tonka Gin*! Zwar ist die weitgereiste Tonkabohne kein Hamburger Original, sondern kommt aus Südamerika, könnte sich aber im Test als Alleinstellungsmerkmal herausstellen. Denn: Wer schon einmal mit Tonkabohnen gekocht oder gebacken hat, weiß, dass die Bohne eine ziemlich exotische und gleichermaßen intensiv-schmeckende Vanille-Alternative sein kann. Umso gespannter bin ich natürlich, wie sich der Gin aus Hamburg, der mit etwa 35,- € für eine 0,5 l Flasche* auch nicht ganz günstig ist, im Test schlägt.

Produktinformationen

Der Tonka Gin kommt in einer eckigen Flasche, die laut Homepage an die Prohibition in den USA erinnern soll. Tatsächlich lässt sich die Flasche damit auch in größeren Jackentaschen bequem verstecken. Verstecken sollte man die Flasche allerdings nicht, denn die sieht unverschämt gut aus mit ihrem kantigen Design. Hergestellt wird der Tonka Gin in einer kleinen Brennerei , die allerdings nach näheren Recherchen dann doch nicht in Hamburg ist, sondern über 80 km entfernt in Mecklenburg-Vorpommern (Lage: Schwechower Brennerei). In 22453 Hamburg – was auf der Flasche vermerkt ist – ist dann wohl „nur“ der Firmensitz, nehme ich an.

Insgesamt stecken 23 Zutaten im Tonka Gin, darunter natürlich die namensgebende Tonkabohne. Der Alkoholgehalt ist mit 47% kräftig.

Die Tonkabohne ist optisch unscheinbar: klein, dunkel, etwas schrumpelig, fast schon wie Rosinen. Geruchs- und geschmackstechnisch kann die Tonkabohne aber mit kräftigen Aromen aufwarten, die ein bisschen an Vanille erinnern, aber doch eigenständig sind. Es ist kein Wunder, dass vom Sternekoch bis hin zum Hobbykoch (es gibt sie z. B. bei Lidl ab und zu günstig) viele zur Tonkabohne greifen. Witzigerweise wird das Thema Prohibition nicht nur mit der Flaschenform aufgegriffen, sondern auch mit der Zutat Tonkabohne, denn in den USA ist die Verwendung der Tonkabohne in Lebensmitteln aufgrund des hohen Cumaringehalts (gilt als krebserregend in hohen Dosen) auch heute noch nicht zulässig. Die Mixology war bereits so nett, im Interview mit Daniel Soumikh, dem Erfinder von Tonka Gin, zu klären, dass der Cumaringehalt im Tonka Gin so gering ist, dass man sich keine Sorgen machen muss.

Geschmack im Test

Beim ersten Geruchstest muss ich ehrlich sagen, was ich ziemlich enttäuscht. Der Tonka Gin riecht wenigsagend und ziemlich alkoholisch, eher wie ein 0815-Gin. Pur hat er mir auch nur bedingt zugesagt – zugegeben habe ich pur aber bisher nur wenige Gins wirklich genossen. Mit seinen 47% ist mir der Tonka Gin pur einfach zu stark. Beim Test mit Fever Tree Indian Tonic* eröffneten sich dann ganz neue geschmackliche Welten, die ich so nicht erwartet hatte. Klar, der Tonka Gin ist nicht so intensiv wie die Tonkabohne, aber mischt klassische Gin-Aromen (Wacholder, Botanicals) mit einem milden, unaufdringlichen, aber doch einzigartigen Tonkabohnen-Aroma. Das wirkt im Mund etwas vanillig und süßlich, wie ein süßer, aber nicht uninteressanter Wein. Auch im Abgang ist dieser Gin weich und mild, was angesichts der 47% Alkohol schon erstaunlich ist.

Fazit

Der Tonka Gin kommt zwar nur halb aus Hamburg, aber das sei ihm verziehen: Angesichts der tollen Idee, einen Gin mit Tonkabohnen zu kreieren und des gelungenen süß-vanilligen Geschmacks kann ich diesen Gin nur empfehlen. Bei mir im Test hat er perfekt mit dem Fever Tree Indian Tonic* harmoniert, das ohnehin bei mir erste Wahl ist, wenn es um ein „neutrales“ Tonic geht. Ihr bekommt 0,5 l Tonka Gin bei Amazon für rund 35,- €*.

Da ich schon öfters gefragte worden bin: Die schönen Gläser auf den Bildern sind die Spiegelau & Nachtmann Old-Fashioned Gläser „Noblesse“*.

Über den Autoren

Kevin

Gutes Essen und Trinken sind seine Leidenschaft: Besonders Kaffee, Wein und Gin haben es ihm angetan. Bereits im Jahr 2009 ist er mit einem Blog zum Thema Kaffee durchgestartet und hat mit diversen Tests zu Kaffees und Kaffeemaschinen etwa 30.000 Lesern im Monat begeistern können. Seit 2015 widmet er sich mit hamburg-schmackhaft.de nun einem neuen Projekt, das vor allem deshalb spannend ist, weil es thematisch etwas breiter aufgestellt ist und auch Ausflüge "über den Tellerrand" zulässt.

Einen Kommentar hinterlassen