Restaurant Test

Asiatisch in der Schanze: Restaurant Bok am Schulterblatt im Test

Restaurant Bok • Schulterblatt 3, 20357 Hamburg (www)

Auch wenn das Restaurant Bok mit mittlerweile sechs Standorten in Hamburg (davon zwei in der Schanze) wohl alles andere als ein Geheimtipp ist, hatte ich bislang nur den Lieferservice ausprobiert. Auf die Fahne geschrieben hat sich das asiatische Restaurant, das einen Mix aus thailändischer, japanischer und chinesischer Küche anbietet, gute Qualität zu fairen Preisen anzubieten. Wir sind im Restaurant Bok am Schulterblatt eingekehrt und haben getestet, ob das Versprechen gehalten wird.

Location

Das Restaurant liegt ziemlich exponiert am Schulterblatt im Hamburger Schanzenviertel. Wagemutig haben wir es an einem ziemlich verregneten Tag mit dem Auto probiert und mit viel Glück direkt vor der Tür einen (kostenpflichtigen) Parkplatz ergattern können. Ansonsten ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber vorzugswürdig.

Das Restaurant Bok am Schulterblatt ist in einem Altbau mit schönen hohen Decken, wobei das Interieur sehr clean und modern gehalten ist. Es gibt viele indirekte Lichtquellen an den Wänden und insgesamt wirkt der Laden aufgeräumt und minimalistisch. Deko-Elemente, wie z. B. ein stimmungsvoll beleuchtetes Weinregal, kommen dank des reduzierten Einsatzes gut zu Geltung. Trotz der 170 Sitzplätze ist zwischen den Tischen ausreichend viel Platz und auch die Akustik ist – auch in einem gut gefüllten Restaurant – recht angenehm, was wohl der mit Stoffschals behängten Decke zu verdanken ist. Gemütlich und durchdacht wirkten auch die Sitznischen mit erhöhten Rücklehnen.

Service

Bei unserer Ankunft am frühen Abend (ohne Reservierung) wurden wir sehr freundlich empfangen und gefragt, ob wir im vorderen oder hinteren Restaurant-Bereich sitzen möchten. Wir entschieden uns spontan für den hinteren Bereich, in dem uns ein schöner vierer Tisch zugewiesen worden ist. Der Service war den ganzen Abend über schnell, aufmerksam und herzlich. Ich hatte den Eindruck, dass nicht nur unsere Bedienung ihren Job gern macht, sondern auch alle anderen vom Service gut gelaunt waren. Gerade in der sicherlich eher stressigen Vorweihnachtszeit ist das schon eine Leistung.

Unsere kleinen Sonderwünsche wurden auch problemlos berücksichtigt. Wir hatten z. B. schon die Hauptspeisen bestellt, dann beim Bestellen glatt die Vorspeise vergessen, die wir uns ausgesucht hatten. Die konnten wir ohne Probleme nachbestellen und regten damit unsere Bedienung zu einem flotten Gang in die Küche an, damit alles noch in der richtigen Reihenfolge serviert werden konnte. Auch meine Bestellung ohne Koriander hat problemlos geklappt, was – nach meiner Erfahrung – alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Dass sich unser Kellner die gesamte Bestellung merken konnte, ohne etwas zu notieren, fand ich schon beeindruckend, da die Karte im Bok doch recht umfangreich ist.

Auf die Nachfrage, was genau die am Tisch angebotenen Saucen seien, wurden wir geduldig aufgeklärt. Der Kellner erzählte uns, dass im Gegensatz zu Europa, Fischsauce in Asien sehr beliebt sei. Wenn er im Studentenwohnheim Fischsauce kochte, waren aufgrund der entstehenden Gerüche seine Mitbewohner schnell aus der Küche verschwunden – da mussten wir schmunzeln. Und das zeigte uns auch, dass die Leute, die bei Bok am Schulterblatt arbeiten, etwas von dem verstehen, was sie den Gästen anbieten.

Essen & Getränke

Als Getränke bestellten wir eine Cola Light, eine Flasche Wasser und einem alkoholfreien Cocktail (“Beauty and Cool”), der in etwa wie Caipirinha ohne Alkohol schmeckte. Da auf der Homepage leider die Getränkepreise nicht auf der Karte sind, kann ich die Preise nicht ganz genau rekonstruieren – günstig war es aber in jedem Falle, da wir mit Vorspeise, zwei Hauptspeisen und Getränken zu zweit inkl. ~10% Trinkgeld auf 43,- € gekommen sind, was für das Gesamtpaket wirklich außerordentlich preiswert ist. Übrigens werden die Getränke in sehr schönen Spiegelau & Nachtmann Old-Fashioned Gläsern* serviert, die ihr schon aus unseren Gin-Tests kennt.

Als Vorspeise haben wir die Gemüse Kimchi Mandu für 3,90 € gewählt, die – wie alles am Abend – wirklich sehr schnell und heiß serviert wurden. Die vier koreanischen Teigtaschen wurden dazu in einem kleinen Bambus Dampfkorb und der dazugehörigen (sehr scharfen!) Soja Sesamsauce serviert. Für mich war es das erste mal, dass ich Kimchi gegessen habe, aber ich war direkt überzeugt. Gerade in Kombination mit der – mit Vorsicht zu genießenden – scharfen Sauce, war das ein perfekter Einstieg in ein Abendessen. Der weiche Teig erinnerte mich an chinesische Dumplings, wobei die vegetarische Füllung angenehm fest war.

Als Hauptspeisen hatten wir einmal das vegetarische Soisam mit Tofu und Gemüse in Erdnuss Sauce (Phat Kuang Tung) für 10,80 € und Lachs mit Massaman Thai Curry, Kochbananen, Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Erdnüssen in Kokosmilch (aber ohne Koriander) (Gäng Massaman Rad) für 12,50 €.

Der Reis beider Gerichte wurde vorab schön heiß in einem kleinen Metalltopf serviert, kurz darauf die Hauptgänge. Beim Lachs wurde nicht gespart und die Sauce auf Kokosmilch-Basis schmeckte in Kombination mit dem auf den Punkt gegarten Reis hervorragend. Die kleine Garnitur Röstzwiebeln passte auch ganz wunderbar. Auf den ersten Blick dachte ich zwar, es wären mit persönlich zu viele Zwiebeln an diesem Gericht, die Zwiebeln erwiesen sich aber geschmacklich als sehr mild, sodass dies mit der leckeren Sauce sehr gut harmonierte.

Auch das vegetarische Gericht konnte überzeugen, wobei die Erdnusssauce noch hätte ein kleines bisschen kräftiger hätte ausfallen können. Tofu per se ist zwar geschmacklich selten ein Highlight, aber in Kombination mit der leckeren Sauce und der butterzarten Konsistenz war auch das wirklich lecker.

Auch die Saucen am Tisch (Sojasauce, Fischsauce und Chili-Sesam-Öl) schmeckten zu den Gerichten, wobei das Chili-Sesam-Öl recht exotisch schmeckte und – trotz feiner Dosierung – im Abgang eine nicht zu unterschätzende Schärfe entfaltete.

Fazit zum Test

Das Restaurant Bok, das es schon seit 1989 in Hamburg gibt, ist eine echte Instanz. Trotz der mittlerweile sechs Restaurants in Hamburg (zwei davon im Schanzenviertel) versprüht das Bok eine herzliche und persönliche Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt. Das dann auch noch die Location am Schulterblatt so bequem, durchdacht und stylish ist und die gehobene asiatische Küche zu günstigen Preisen serviert wird, macht das Restaurant zu einer echten Empfehlung im Schanzenviertel.

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Wart ihr schon im Restaurant Bok am Schulterblatt im Hamburger Schanzenviertel? Wir würden uns über eure Erfahrungen und Kommentare freuen!

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