Ausflugstipps

Ausflugstipp: Lüneburger Heide Tour 1 – Pietzmoor und Wilseder Berg

Ausflugstipps Hamburg - Lüneburger Heide
Geschrieben von Kevin

Raus aus Hamburg, muss auch manchmal sein. Wer in der Stadt lebt, wird vom Grünen drumherum doch magisch angezogen, oder nicht? Wir haben zwar in Hamburg super Parks und grüne Flecken, aber Landluft, Weitblick und Stille ist doch durch kaum etwas zu ersetzen. Also ab ins Auto uns los geht’s! In unseren Ausflugstipps geht es dieses Mal (bestimmt nicht zum Letzten Mal) in die Lüneburger Heide. Das lohnt sich selbst im kalten Winter!

Für wen ist die Lüneburger Heide ein Ausflugstipp?

Die Lüneburger Heide ist ein uralte Kulturlandschaft. D. h. sie wird seit Jahrhunderten von Menschen gepflegt und erhalten, um die Bewaldung zu verhindern. Dafür sorgen vor allem Heidschnucken (eine Schafrasse), die ständig über die Felder getrieben werden, was ganz unterschiedliche Funktionen hat. Zum einen werden aufkeimende Bäume durch die Heidschnucken abgefressen, zum anderen z. B. auch Spinnenweben durch die Bewegung verringert, sodass die Heidebienen relativ ungestört ihren Honig sammeln können. Neben der Ruhe, der guten Luft und den atemberaubend sehenswerten und abwechslungsreichen Landschaften macht für mich die traditionelle Kultur rund um die Heide den Reiz an der Region aus. Man kann an jeder Ecke spüren, wie wichtig die Heide für die Region ist.

Für uns ist die Heide besonders schön, weil sie zum Wandern einlädt. Wer großen Rummel erwartet, ist hier sicher falsch. Wer aber gern längere Wandertouren hinlegt (vielleicht auch mit dem Hund) ist hier bestens aufgehoben. Wer nicht wandern mag, kann sich aber auch eine Kutsche buchen (die Strecke zum Wilseder Berg ist autofrei!). Auch für Kinder ist selbst bei den kostenlosen “Attraktionen” einiges geboten. Wie gesagt darf man hier kein Entertainment-Programm erwarten, aber meine Erwartungen in Sachen “Marketing” werden hier übertroffen. Fast überall an den Pfaden durch die Lüneburger Heide finden sich liebevoll gestaltete Hinweistafeln, die kreativ gestaltet sind. Hier kann man garantiert auch Erwachsener einiges dazulernen. Oder wüsstest du, dass Moore nur 3% der Erde bedecken, gleichzeitig aber 33% des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs speichern? Oder das Käfer nicht wachsen können?

Die Tour

Tour-Start im Pietzmoor

Optionaler Tipp: Vorher (nur Ostern bis Oktober) den öffentlichen Heidschnuckenaustrieb etwa ab 10:30 Uhr in Höpen, 29640 Schneverdingen anschauen (Google Maps Stichwort “Schafstall Heidschnuckenherde”) und dann ggf. den Heidegarten Schneverdingen vorziehen.

Pietzmoor Adresse (Parkplatz): Osterheide, 29640 Schneverdingen (Karten folgen weiter unten)

Die Anfahrt zum Pietzmoor war recht einfach: In der Straße Osterheide befindet sich ein öffentlicher und kostenloser Parkplatz (Straße bis zum Ende durchfahren). Dort müsst ihr dann nur noch ca. 900m gehen und seid im Pietzmoor angekommen.

Das Pietzmoor ist ein Moor, das mit einem Rundwanderweg ausgestattet ist, der komplett aus Holzbohlen besteht. Hier kann zwei Rundkurse wählen, die aber in etwa gleich lang sein dürften (einsehbar sind die Pfade vor Ort z. B. mit der Wanderapp “Komoot”). Ich schätze ein Rundkurs hat etwas weniger als 5km Wegstrecke. Am gesamten Pfad sind liebevoll gestaltete und ziemlich interessante Infotafeln aufgestellt. Aber auch, wer sich nicht weiter in die Enstehungsgeschichte der Moore einarbeiten will, wird mit einem klasse Naturerlebnis belohnt. An regnerischen Tagen und im Morgentau (Moore sind naturgemäß sehr feucht) sind die Holzbohlen sehr rutschig, sodass man auf jeden Fall trittsicher sein sollte. Für kleinere Kinder ist das dann wohl nicht zu empfehlen. Bei unserer Wintertour hatte es am Morgen geregnet uns erst auf dem Rückweg gg. 11 Uhr wurde der Holzpfad langsam besser begehbar.

Zwischenstopp im Heidegarten Schneverdingen

Heidegarten Schneverdingen Adresse (Parkplatz): Overbeckstraße 57, 29640 Schneverdingen (nur ca. 10min Fahrt vom Pietzmoor!)

Wer sich schon einmal auf die (selbst im Winter beachtliche) Pracht der Lüneburger Heide einstellen will, kann das perfekt im Heidegarten Schneverdingen tun, der quasi um die Ecke zum Pietzmoor liegt. Auch hier gibt es einen kostenlosen Parkplatz direkt vor Ort für Besucher.

Der Heidegarten Schneverdingen lohnt sich meines Erachtens nicht unbedingt als “Hauptausflugsziel”, aber als Zwischenstopp ist er perfekt geeignet. Hier findet ihr eine riesige Auswahl an Heidepflanzen, die auch noch stilvoll (zum Beispiel in Form eines riesigen Kompasses in der Mitte des Gartens) angelegt sind. Von einem Aussichtsturm aus, könnt ihr auch das Stadtwappen in Form von gepflanzter Heide entdecken. Wer es nicht auf große Wandertouren angelegt hat (im Pietzmoor macht man ja schon ordentlich Strecke), kann auch schon hier den Tag ausklingen lassen und im sehr schön angelegten Park, der direkt an den Heidegarten Schneverdingen angrenzt, noch ein bisschen Spazieren. Für alle anderen folgt noch ein weiteres Highlight unseres Ausflugstipps, das aber wieder ein bisschen Kondition verlangt.

Weiter geht’s zum Tour-Highlight: Der Wilseder Berg

Optionale Tipps: Wer sich auf der Tour nicht selbst verpflegt, kann günstig und gut essen gehen in Bispingen. Wir waren dort im “La Piazza” (Soltauer Str. 2, 29646 Bispingen) und haben dort jeweils ein ganz gutes Nudelgericht und zwei Gläser Wasser gehabt für unter 20,- €. Die Kleinstadt eignet sich besonders als Startpunkt für die Wandertour auf den Wilseder Berg, weil die Anfahrtstraße direkt dort beginnt.

Wilseder Berg Adresse (Parkplatz): Niederhaverbeck, 29646 Bispingen (Parkplatz ist gut ausgeschildert und kostenpflichtig)

Die Anfahrt vom Heidegarten Schneverdingen zum Parkplatz am Wilseder Berg dauert etwa 20min. Parken sollte vor Ort war naturgemäß im November unproblematisch. Ich denke aber auch zu Zeiten mehr Andrangs sollte immer eine Parkmöglichkeit vorhanden sein.

Die Wanderung zum Wilseder Berg (oder Kutschfahrt, wenn ihr wollt) ist aus z. B. aus Niederhaverbeck möglich (wie hier vorgeschlagen). Wenn ihr wandertechnisch unersättlich seid, könnt ihr auch über das nördlich gelegene Undeloh (Parkplatz: Wilseder Straße 24, 21274 Undeloh) zum Wilseder Berg wandern und noch einen schönen Waldwanderweg mitnehmen. Auf dem Weg zum Wilseder Berg findet ihr wieder herrliche Heidelandschaft mit viel Weitblick. Auch werdet ihr am Wegesrand wieder Infotafeln finden, die z. B. über die Tiere aufklären, die in der Heide leben, wie etwa die Kreuzotter. Der Weg zum Wilseder Berg selbst ist mit schätzungsweise 3-4km gut schaffbar – ein bisschen Zeit solltet ihr aber einplanen, wenn ihr die Infotafeln anschauen wollt. Für die Kinder (oder das Kind in euch ;)) gibt es auch noch einige Stempel einzusammeln mit Heidemotiven. Ansonsten sind aber alle Wege einfach begehbar und auch der “Berg” ist für Touristen, die ein bisschen bergige Landschaft gewöhnt sind, wohl höhenmäßig ein Witz. Aber: Die 169m sind eben die höchste Erhebung der Lüneburger Heide und damit ist der Ausblick dementsprechend fantastisch. Ihr könnt zu allen Seiten hin bis zum Horizont schauen und gerade zur Abenddämmerung ist das Licht wirklich ein Schauspiel.

Unsere Tour Empfehlung in Karten:

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Hast du noch Tipps und Ergänzungen zur Tour?

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