Gastronomie

Bona’me im Test: Frühstück aus 1000 und einer Nacht?

Bona'me Kurdisch-Türkisches Frühstück Hamburg Test
Geschrieben von Kevin

Bona’me • Burchardstraße 17, 20095 Hamburg (www)
Anfahrt und Speisekarte unten

Ich hatte ja bereits über das Bona’me ausführlich berichtet und war vom Mittagstisch und dem Konzept sehr angetan. Hier trifft orientalische Tradition auf moderne Systemgastronomie. Vor allem da ich nicht unbedingt Fan von deutschem Frühstück bin (das mit Weizenbrötchen und Orangensaft und so…), war ich umso gespannter auf das türkische Frühstück im Bona’me, das ich euch ausführlich in meinem Testbericht vorstelle.

Location

Das Bona’me ist ein geräumiges Restaurant, das sich trotz der schieren Größe sehr gemütlich anfühlt. Das Beleuchtungskonzept, die bequemen Sitzgelegenheiten und die gelungene Dekoration gefallen mir bei jedem Besuch wieder. Gerade wenn man in der Woche knapp nach der Öffnung um 10 Uhr kommt, ist der Laden noch recht leer. Die meisten Gäste trudeln tatsächlich erst gegen frühen Mittag ein, sodass es wirlich ein Genuss ist, den großen Laden fast “für sich” zu haben.

Service

Besonders ist das Bestellkonzept: Hier wird (wie bei Vapiano) jede Bestellung direkt bei der offenen Küche bzw. der Kaffeebar geordert und selbst abgeholt. Bezahlt wird dann alles zusammen beim Verlassen des Restaurants. Das funktioniert übrigens einwandfrei. Daneben muss ich auch sagen, dass mir besonders beim Frühstück die überaus freundliche Atmosphäre aufgefallen ist. Zwar sind die Männer, die in den offenen Küchen die Bestellungen annehmen, beizeiten etwas kurz angebunden, trotzdem fühle ich mich hier durchweg wohl. Wer morgens unbedingt bedient werden will, ist aber natürlich fehl am Platz: Auch morgens wird mit den Chipkarten gearbeitet und jeder Gast muss sich seinen Mokka und sein Frühstück selbst holen.

Essen & Getränke

Wie ich oben einleitend beschrieben habe, bin ich vom “Frühstücken gehen” selten begeistert. Mit Brötchen, Croissant, Orangensaft und Konsorten kriegt man mich nur ganz schwer begeistert. Das daran, dass ich zwar sehr gern frühstücke, aber meistens ohne Brot (lieber sowas oder sowas z. B.). Darum war ich wirklich gespannt, was das kurdisch-türkische Frühstück so zu bieten hat.

Wir haben uns für das Bona’me Frühstück für 10,90 € entschieden, das mit verschiedenen Beilagen nach Wahl kombiniert werden kann. Es fiel die Wahl auf das türkische Rührei (Menemen). An der Kaffeebar haben wir uns dann direkt mit einem türkischen Mokka (gesüßt) (2,50 €) und Apéritifs versorgen lassen. Die süßen türkischen Limonaden (Sherbets) mit alkoholfreiem Sekt (Rharbarber-Thymian/Pinkegrapefruit-Elderflower) für jeweils 3,90 € wurden in stylishen Kännchen serviert und schmeckten sehr süß und fruchtig.

Das Frühstück war dann auch sehr schnell fertig – wir haben uns hier übrigens dafür entschieden, uns ein Frühstück zu teilen und dann zu schauen, ob der Hunger noch reicht für eine erneute Bestellung. Angesichts der Portion (siehe Foto) hat sich die Entscheidung als völlig richtig herausgestellt. Mit zwei Fladenbroten und einem süßen Brot (das Pisi, schmeckt etwa wie Brioché oder Mutzen), dem Menemen und einigen Schälchen war das portionsmäßig mit einer Nachspeise völlig ausreichend. In den Schälchen fanden wir Suzuk (türkische Blutwurst), Oliven, eine nussig-süß schmeckende Paste (ich schätze: Halva), Butter in Honig, ein würziger Dipp und Weißkäse.  Die Oliven schmeckten grandios, ebenso die Suzuk. Das türkische Rührei harmonierte wunderbar mit dem Fladenbrot und die süßen Dips haben wunderbar geschmeckt. Für mich war diese Art von Frühstück ein völlig neues Erlebnis. Die Qualität der Einzelzutaten hat mich überzeugt, aber auch die Kombination aus würzig-herzhaften und zuckersüßen Elementen ist einfach stimmig. Kalorien zählen sollte man natürlich bei so einem Frühstück nicht… aber dafür sind wir auch nicht ins Bona’me gekommen.

Den krönenden Abschluss des Besuchs zum Frühstück im Bona’me bot uns das Dessert. Ich muss vorweg vielleicht erwähnen, dass ich die Desserts ansonsten bisher relativ mittelmäßig fand ich Bona’me, denn es gibt hier im Wesentlichen verschiedene Cremes im Glas oder Milchreis. Diese Desserts schmecken gut, sind aber nicht sensationell. Zudem stehen sie fertig in einem Kühlschrank – dementsprechend sind sie eiskalt. Aber: Der “bona’rone”, ein frisch hergestellter Börek mit Toblerone Füllung, für 6,90 € ist geschmacklich ein Hit und reicht für eine Nachspeise für 2-4 Personen aus. Im Gegensatz zu den vorgenannten Desserts kommt der Börek frisch aus dem Backofen und ist schön warm. Weil er schon zerschnitten auf einem länglichen Holzbrett serviert wird, ist das Essen mit mehreren Personen praktisch sehr gut umsetzbar – dank der vielen Schokolade sind Servietten aber Pflicht… .

Fazit zum Test

Wenn ihr euch mit der Selbstbedienung arrangieren könnt und mal nicht “typisch deutsch” essen wollt, seid ihr im Bona’me in Hamburg perfekt aufgehoben. Hier gibt es zu einem hervorragenden Preis ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Frühstück, das für mich bisher eines der Geschmackserlebnisse des jungen Jahres war. Vorteil gegenüber vielen anderen Frühstücksangeboten dürfte zudem das Platzangebot sein: Hier müsst ihr nicht Wochen vorab reservieren, sondern könnt (zumindest wohl unter der Woche) auch spontan reinschauen. Für mich ist das Bona’me damit ein echter Frühstücks-Geheimtipp!

Anfahrt und Speisekarte [folgt]

My location
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Wart ihr schon im Bona’me frühstücken? Wir freuen uns über eure Erfahrungen und Kommentare!

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