Restaurant Test

Deck 7 Market Restaurant im Test: Schlemmersommer am Süllberg

Deck 7 Market Restaurant • Süllbergsterrasse 12, 22587 Hamburg (www)

Nach längerer Ruhephase hatte ich mal wieder das Vergnügen, einen Ausflug in das schöne Deck 7 Market Restaurant zu machen und dort ein Schlemmersommer-Menü zu genießen (Preis 2019: 69,- € für zwei Personen und vier Gänge). Meine Erfahrungen vom Besuch des Bistros Deck 7 Market Restaurant (das Gourmet Restaurant vor Ort heißt Seven Seas) am Süllberg, das zu den Restaurants des Sternekochs Karlheinz Hauser gehört, schildere ich euch in diesem Testbericht.

Location

Das Deck 7 Market Restaurant ist eins von zwei Restaurants und diversen anderen Angeboten (Hotel, Festsaal etc.) auf dem Hamburger Süllberg. Hier quälen sich nicht nur während der Cyclassics die Radprofis hoch (die “Bergetappe” ist das Highlight schlechthin), sondern auch Freunde des guten Geschmacks. Mit dem Auto sind Parkplätze rar – bislang haben wir bei unserem nunmehr dritten Besuch aber immer einen gefunden. Ansonsten gehört aber auch ein Parkhaus zum Angebot vor Ort.

Das Deck 7 Market Restaurant ist das Bistro des imposanten Hauses am Süllberg mit einer sehr schönen Terrasse mit Blick auf die Elbe und das anliegende Treppenviertel. Innen drinnen geht es gediegen zu, wie man es von einem solchen gehobenen Etablissement der alten Schule erwarten kann – Marmor, Leder, eher gedeckte Farbtöne und viel indirekte Beleuchtung prägen das Interieur. Mir gefällt’s! Vor allem gefällt mir auch, dass die Tische ausreichenden Platz voneinander haben und die Akustik angenehm gedämpft ist. Wir  durften zu viert an einem sehr schönen Platz direkt am Fenster Platz nehmen.

Service

Das Servicepersonal scheint durchschnittlicher sehr jung zu sein, was natürlich insgesamt begrüßenswert ist und es herrscht durchweg eine ungespielt freundlich Atmosphäre, die mir sehr zusagt. Gerade am Anfang waren wir wirklich sehr angetan von der freundlichen und kundigen Bedienung. Dann gab es eine Ablösung mittendrin und es sind doch einige relativ mehr oder weniger deutliche Mängel zu Tage getreten. Ich finde aber, dass man bei den doch recht gehobenen Preisen – auch als “Schlemmersommer Gast” – einen Service nah am Optimum erwarten kann.

Kleinere Mängel, wie z. B. dass die Pausen zwischen den Gängen einfach sehr lang waren und dass die Weingläser erst sehr spät abgeräumt worden sind, obwohl keiner von uns Wein trank, sind geschenkt. Auch war ich doch etwas erstaunt als wir, obwohl wir zwei mal Cola Zero und zwei mal Cola Light bestellt hatten, dann ohne Hinweis Africola ohne Zucker serviert bekamen. Das geht natürlich auch, bestellt war aber explizit etwas anderes… . Auch beim Bezahlen mussten wir dann noch einmal nachhaken und es hat sich ordentlich gezogen. Alles geschenkt.

Dann hatte jedoch meine Freundin einen ordentlichen Schreck bekommen, weil sie dachte, sie hätte sich einen Zahn abgebrochen. Als wir das kleine weiße Stück inspiziert hatten, stellt sich jedoch ziemlich schnell heraus, dass es sich um Porzellan handelt, das seinen Weg ins Essen gefunden hatte. Zwar waren unsere Teller alle heil, farblich passte das Stück aber perfekt zu den Tellern des ersten Ganges. Bis auf den Schreck ist nichts weiter passiert. Auf unseren Hinweis hin, es sei ein Porzellanstück im Essen gewesen und wir hätten einen ziemlichen Schreck bekommen, folgte ein “Oh, Entschuldigung” des Servicemitarbeiters, der dies zur Kenntnis nahm. Mehr nicht. Keine Frage, man muss so etwas nicht überdramatisieren, aber mal ehrlich… 1. war das nicht ungefährlich und 2. gibt es sicher Gäste, die für so etwas (mehr oder weniger zurecht) vor Ort ordentlich Stunk machen würden. Ich hätte mir da ein bisschen mehr Problembewusstsein gewünscht und wenigstens irgendeine kleine Geste der Wiedergutmachung erhofft. Selbst ein paar Worte vom Küchenchef oder Servicechef wären doch schon nett gewesen. Leider kam da nichts.

Essen & Getränke

Als Aperitif hatten wir eine sehr leckeren Gin Cocktail mit Himbeeren, Apfel und ordentliche Minze (je 12,- €). Eine Flasche Wasser kostet im Market Deck 7 Restaurant 8,- €. Zum Start gab es Brot mit zwei verschiedenen (sehr leckeren) Dips, das uns auch zum Hauptgang noch einmal nachgefüllt worden ist. Nun ging es mit dem Menü los. Als ersten Gang gab es eine Etagere mit verschiedenen kalten Vorspeisen: Das war ein geschmacklich sehr abwechslungsreicher Start. Vor allem das Vitello Tonnato mit gebackenen Kapern hat uns sehr zugesagt. Den derzeitigen Hype um die Mozarella Variation Burata kann ich nicht ganz nachvollziehen – war lecker, es ist aber sehr vergleichbar mit “normalem” Mozarella. Auflockernd waren dann hier noch ein paar Klekse süßes Passionsfruchtpüree aufgebracht, was schon sehr raffiniert war im Zusammenspiel mit dem Rest.

Nicht ganz mithalten konnte der zweite Gang, der gegen den ersten ohne besondere Highlights auskam. Es gab Spinat-Ricotta Ravioli in Tomatensoße mit Parmesan und Pinienkernen. Beileibe kein schlechter Gang, wie gesagt aber – im Vergleich zum ersten Gang – nicht so ideenreich. Das gilt in gewisser Weise auch für den dritten Gang mit argentinischem Roastbeef, das perfekt zartrosa in ansprechender Portionsgröße serviert wurde. Handwerklich war das 1a, keine Frage! Aber auch den Beilagen (karamellisierter Kartoffelstrudel, wilder Brokkoli, grüner Spargel, Barbecue Jus) fehlte es einfach ein bisschen an Würze und Pfiff.

Was dem zweiten und dritten Gang an Raffinesse fehlte, wurde mit dem Dessert dann aber wieder aufgewogen. Ein zartes Latte Macchiato Törtchen mit knusprigem Boden wurde serviert mit einer Kugel hausgemachtem Sorbet und einigen Sauerkirschen. Desserts sind oft noch mal die Highlights, keine Frage, aber es gibt gute Desserts und es gibt hervorragende Desserts und dieses gehörte definitiv zu den letzteren. Wir waren alle hellauf begeistert (sogar die Nicht-Kaffee-Trinker). Preislich lag das Menü übrigens bei 34,50 € pro Person.

Fazit zum Test

Nach wie vor ist die Location mit dem einzigartigen Ausblick immer einen Besuch wert, besonders bei gutem Wetter, wenn man auch draußen sitzen kann. Auch beim Essen kann man handwerklich eine Qualität oberster Güte erwarten, auch wenn mir ein bisschen der Pepp fehlte beim diesjährigen Schlemmermenü (2019). Servicetechnisch bestand Luft nach oben. Trotz alledem: Wir sind ganz beglückt nach Hause gegangen nach dem Essen – das Gesamtpaket war sehr vernünftig.

My location
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Wart ihr schon im Deck 7 Market Restaurant am Süllberg in Hamburg? Wir würden uns über eure Erfahrungen und Kommentare freuen!

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