Restauranttest

Urban Foodie im Test: Hippe Bowls hinterm Rathaus

Urban Foodie • Großer Burstah 1, 20457 Hamburg (www)

Während in der Hauptstadt Bowls gefühlt fast schon wieder out sind und ihren Hipster-Zenit überschritten haben, scheint das in Hamburg keineswegs so zu sein. Fast in Wurfweite zur Handelskammer (hinterm Hamburger Rathaus) findet sich das Urban Foodie, das – ganz ähnlich wie das Daily You, das ich letztens getestet habe (zum Bericht) – vor allem Bowls und andere Snacks anbietet. Revolutionär ist das keineswegs, aber in Hamburg durchaus noch Nische. Meine Eindrücke vom Urban Foodie schildere ich euch in einem Testbericht, bei dem ich den Mittagstisch des Bowl-Restaurants ausprobieren konnte.

Location

Der Große Burstah ist quasi die direkte Verlängerung der Mönckebergstraße und befindet sich – vom Hauptbahnhof betrachtet – am hinteren Ende der Straße beim Hamburger Rathaus. Trotz der Innenstadtlage liegt das Urban Foodie etwas ab vom Schuss und auch der Verkehr am Großen Burstah ist überschaubar. Vor dem Urban Foodie befindet sich eine große Terrasse mit Blick aufs Wasser. Hier ist man leider komplett ungeschützt der Sonne ausgesetzt, was im aktuell sehr heißen Juni 2018 bedeutet, man muss sich entweder zu den Sonnenanbetern zählen oder eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen.

Wie so oft in der Innenstadt setzt sich das Publikum vor allem aus jungen Damen und Herren in Business-Kleidung und “Instagram-Girls” zusammen. Das soll an der Stelle nicht abfällig klingen. Wer aber trendige Orte meidet, die voll dem aktuellen Zeitgeist verschrieben sind, sollte das Urban Foodie eher meiden. Für alle anderen gibt es in dem übrigens erst Mitte 2016 eröffneten Restaurant (das Hamburger Abendblatt berichtete) ein durchaus ansprechendes Gastro-Gesamtkonzept. Der Laden ist hell, sauber und schick eingerichtet. Drinnen gibt es – wie so oft – leider nur Hocker ohne Rückenlehne; draußen sitzt es sich besser im Urban Foodie!

Service

Im Urban Foodie ist, um gleich bei Anglizismen zu bleiben, “Self-Service” angesagt: Man stellt sich in die Schlange vor der Eingangstür, um irgendwann beim “Order Here”-Schild anzukommen. Dort kann man dann bestellen und glücklicherweise auch mit EC-Karte bezahlen. Das funktionierte im Test reibungslos uns schnell, auch wenn die Eingangstür am Ende der Schlange etwas störend war, weil diese permanent genutzt worden ist. Gerade für Menschen, die mit dem Bowl-Konzept noch nicht vertraut sind, finde ich die etwas hoch angebrachte Karte unübersichtlich und seitlich schwer abzulesen. Ich würde wetten, dass z. B. der Hinweis auf eine monatlich wechselnde Suppe (“Ask about monthly soup”) von 90% der Besucher nicht wahrgenommen wird. Auch die Mittagsangebote habe ich z. B. zugegebenermaßen erst auf den Fotos im Nachhinein entdeckt.

Nach der Bestellung bekommt ihr einen kompakten Summer, der euch informiert, sobald eure Bestellung fertig ist. Beim Test hatte ich mit den Kollegen zusammen insgesamt drei Gerichte (Chicken Curry Bowl, Spicy Beef Bowl, Classic Pastrami Sandwich) bestellt, die allesamt relativ schnell (~15min) fertig waren und auch ziemlich gleichzeitig.

Essen & Getränke

Wer will, kann im Urban Foodie zwischen vegetarischen Salat-Bowls (“Salad Bowls”), Bowls mit Fleisch oder Fisch, Suppen und Sandwiches wählen. Die günstigte Salat-Bowl liegt bei 7,90 € (“Kale Caesar’s Salad), die teuerste bei 12,90 € (“Wild Salmon Bowl”). Zum Mittagstisch gibt es zwei “Lunch Deals”. Bei einem gibt es eine Bowl nach Wahl mit einer Limo zum Preis von 2,- € statt sonst 3,90 €. Bei dem anderen Angebot bezahlt ihr die Bowl, bekommt eine Limo für 1,- € und einen kleinen Salat für 3,- € (statt 3,90 €). Für mich würde insbesondere Deal 2 kaum Sinn machen, weil mich meine Chicken Curry Bowl schon derart gesättigt hat.

Darüber hinaus gibt es noch den “Two Bowl Tuesday”, der am Eingang direkt beworben wird. Dort heißt es “Buy 1, Get 1, 50% Off – Every Tuesday, Every Week!” Verwirrend! Das Schild habe ich anfangs wörtlich genommen und dachte man kauft eine Bowl (“Buy 1”) und bekommt diese (“Get 1”) mit 50% Rabatt, sodass man am Ende effektiv zwei Bowls zum Preis von einer bekommt. Ich nehme aber an, es ist so gemeint, dass man eine Bowl kauft und dann die zweite Bowl mit 50% Rabatt bekommt – bei zwei identischen Bowls also 25% Rabatt. Ihr könnt mir ja mal in die Kommentare schreiben, wie ihr das Angebot versteht und ob nur ich das verwirrend finde. Ich werde das im Artikel ergänzen, falls ich mal an einem Dienstag beim Urban Foodie vorbeikomme.

Preislich spielt das Urban Foodie allgemein in der oberen Liga, was Mittagstisch angeht. In der Innenstadt gibt es aber nur wenige günstige Alternativen, die qualitativ auch etwas bieten. Mein Eindruck war hier, dass die Qualität durchweg stimmt. Ich habe mich – mit großer Erwartung – gleich auf eine “Signature Bowl” gestürzt, nämlich die “Chicken Curry Bowl” mit Hähnchen, Wildreis, gerösteten Süßkartoffeln, Zucchini, Kokosnuss-Curry-Sauce und Zitronengras für 8,90 €. Besonders gut gefallen hat mir das zarte Fleisch, die frischen Zutaten (bis auf den Koriander, mit dem ich mich bislang nicht geschmacklich anfreunden kann) und die große Portion. Ganz im Gegensatz zu dem Image derartiger Bowl-Läden machen die Portionen im Urban-Foodie auf jeden Fall satt und sind schick angerichtet. Interessant an den Bowls im Urban Foodie ist auch, dass die Bowls recht warm sind, was wohl an der großen Menge Reis bzw. Quinoa in der Bowl liegt. Mehrfach habe ich nun auch schon Bowls in anderen Restaurants probiert, die eher halb warm, halb kalt serviert worden sind oder eher schon fast komplett kalt. Mir persönlich gefällt diese Art von Bowl persönlich besser als die “kalten Bowls”. Nicht so gut gefallen hat mir die sehr zurückhaltende Würze. Es hat Salz gefehlt und gerade für eine “Signature Bowl” (also das Aushängeschild des Ladens!) schmeckte zwar keineswegs schlecht, aber der “Aha-Effekt” blieb aus. Auch meine Kollegin, die die “Spicy Beef Bowl” hatte, berichtete ähnlich über ihr Essen.

Die Getränkepreise bewegen sich übrigens auf hohem Niveau: Ein Cappuccino kostet 3,50 €, ein Saft aus Karotte, Orange und Ingwer satte 4,90 €. Die “Urban Lemonades” liegen bei 3,90 €.

Fazit zum Test

In Berlin schon wieder auf dem absteigenden Ast, in Hamburg noch hip: Mit dem Urban Foodie ist die Hamburger Innenstadt um ein Bowl-Restaurant reicher, dessen Konzept wunderbar funktioniert. Auch wenn die Preis hoch sind, schmeckt das Essen gut und es wird mit frischen, leckeren Zutaten gearbeitet. Auch wenn der “Aha-Effekt” ausgeblieben ist, kann ich durchaus eine Empfehlung aussprechen: Das Urban Foodie am Großen Burstah ist – auch dank der tollen Location – einen Besuch wert!

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Wart ihr schon im Urban Foodie in Hamburg? Wir würden uns über eure Erfahrungen und Kommentare freuen!

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