Location Restauranttest Unterwegs

Hotel Iberotel Boltenhagen an der Ostsee und Restaurant FineArt im Test

Iberotel Boltenhagen • Baltische Allee 1, 23946 Ostseebad Boltenhagen (www)

Raus aus der Stadt, ab an die Ostsee! Das haben wir uns an einem der letzten Wochenenden gedacht und mittels eines Angebots eines Reiseportals (188,- € für zwei Nächte inkl. Frühstück und Nutzung des Wellnessbereichs) ein verlängertes Wochenende im Hotel Iberotel Boltenhagen an der Ostsee verbracht. Da wir beileibe nicht die einzigen waren, die sich trotz eisiger Temperaturen nicht abhalten ließen, ans Wasser zu fahren und da wir einige Hamburger Kennzeichen auf dem Parkplatz erspäht haben, möchten wir euch unsere Erfahrungen nicht vorenthalten. Hamburg-Schmackhaft kommt natürlich nicht ohne einen Blick ins Restaurant “FineArt” aus, das wir für euch ausgiebig getestet haben. Der Restaurant-Test ist natürlich Anlass des Berichts, wenngleich wir oben auch noch unseren Erfahrungen zum Iberotel Boltenhagen schildern wollen.

Location – Hotel und Ausflugsmöglichkeiten

Mit dem Auto braucht man aus Hamburg etwa 1,5 Stunden (Google Maps Route) bis zum Iberotel Boltenhagen. Das Ostseebad Boltenhagen selbst ist ein verschlafenes Nest (~2500 Einwohner), das – insbesondere im Winter – nicht besonders viel zu bieten hat. Aber gerade das macht ja den Reiz aus, nicht nur für uns, sondern auch für sehr viele andere. Denn von der Rezeption haben wir bei Ankunft erfahren, dass das Iberotel Boltenhagen komplett ausgebucht war. Das finde ich ganz erstaunlich, denn einerseits ist das Hotel – gerade für so ein kleines Örtchen – wirklich riesig (191 Zimmer und Suiten!), zum anderen herrschten Temperaturen knapp über null Grad. Überfüllt wirkte das Hotel allerdings nie. Das gilt übrigens auch für den großen Parkplatz, den Hotelgäste kostenlos in Anspruch nehmen können.

Das Iberotel Boltenhagen ist ein 4,5 Sterne Hotel, das idyllisch am Yachthafen Boltenhagen liegt. Damit liegt es etwas von der Strandpromenade entfernt, was uns aber nicht weiter gestört hat. Wer nicht gut zu Fuß ist und zum Strand möchte, hat das Auto ja direkt vor der Tür stehen. Das Hotel selbst wirkt insgesamt sehr gepflegt, nur kleine Details haben mir nicht zugesagt. In unserem Zimmer war bspw. die Handtuchheizung, die sehr nah an der Dusche montiert worden war, am unteren Ende rostig. Außerdem fühlte sich mein Bademantel an, als wäre er bereits einige hundert Male gewaschen worden und hatte schon einige Löcher. Das war’s aber auch schon mit der Kritik: Der Empfang war freundlich und professionell, das Zimmer geräumig und toll ausgestattet mit Balkon und Blick auf die Ostsee. Hervorzuheben und nicht zu unterschätzen: Auch das WLAN funktioniert einwandfrei.

Das im Angebot inkludierte Wellness-Angebot haben wir auch genutzt und waren vor Ort in der Sauna. Das erhoffte Entspannen im Whirlpool blieb leider aus. Das Schwimmbecken war uns zu kalt und einen Whirlpool für alle Hotelgäste gibt es nicht. Beim Preis von 75,00 € für 45min im (wohl “privaten”) Whirlpool (Preisliste Wellness) haben wir dann doch von unserer Whirlpool-Idee Abstand genommen… . Die anderen Wellness-Angebote empfanden wir da als deutlich preiswerter, auch wenn wir am Ende nichts in Anspruch genommen haben. Dass die finnische Sauna außer Betrieb war, hat uns nicht gestört. Die Bio-Sauna (mit nur 60° C) und die Dampfsauna (mit 45° C und hoher Luftfeuchtigkeit) haben uns gereicht.

Die Gegend rund um Boltenhagen bietet sich für alle Aktivitäten an, die gestresste Großstädter sich ab und zu einmal gönnen sollten: Frische Seeluft atmen, ausgiebige Wanderungen und Spaziergänge machen und einfach die Seele baumeln lassen. Besonders sehenswert fanden wir die Insel Poel, die etwa 45min mit dem Auto entfernt von Boltenhagen liegt (Google Maps Route). Hier kann man sehr schöne Wanderungen entlang der Ostseeküste unternehmen und dabei die Insel umrunden. An der Westküste der Insel nagt die Ostsee an der Insel, was eine sehenswerte Steilküste hervorgebracht hat. Außerdem sind auf der Insel einige Vogelschutzgebiete.

Location – Restaurant “FineArt”

Gleich vorweg muss ich sagen, dass ich keine besonders hohe Meinung von Hotel Restaurants habe. Meistens empfiehlt es sich doch – wenn man nicht gerade keine Wahl hat – auswärts etwas anderes zu suchen, weil Hotel Restaurants qualitativ oftmals nicht viel taugen oder für das Gebotene einfach zu teuer sind. Doch schon von der Location wurden wir positiv überrascht: Dort, wo auch das üppige Frühstücksbuffet im Iberotel Boltenhagen serviert wird, ist auch das Restaurant “FineArt”. Das Restaurant befindet sich im Erdgeschoss in unmittelbarer Nähe des Empfangs und ist sehr groß (254 Sitzplätze, Außenterrasse mit~55 Sitzplätzen). Dabei ist die Unterteilung und Beleuchtung aber so gut gelungen, dass es nicht hallenartig wirkt, sondern sehr gemütlich. Dank der vielen Fenster hat man aus dem Restaurant einen guten Blick aufs Wasser.

Service

Der Service hat uns ganz besonders überzeugt. Ich bin – und ich gehe sehr gern essen – selten so charmant und zuvorkommend bedient worden. Auch an einem sehr gut besuchten Samstag Abend lief alles reibungslos und kein Service Mitarbeiter wirkte hektisch oder gestresst. Es wurden zudem sinnvolle Empfehlungen gegeben und flott bedient. Wir waren beim ersten mal geradezu überrascht, wie schnell unser Essen zubereitet und gebracht worden ist. Beispielsweise haben wir erlebt, wie auf die vegetarischen Angebote explizit hingewiesen worden ist oder die Option eröffnet wurde, für ein Gericht von der Karte, den Salat vorweg oder gleichzeitig zum Essen zu servieren.

Essen & Getränke

Jedenfalls am Wochenende gab es bei unserem Aufenthalt immer ein Tagesmenü mit verschiedenen Gerichten zur Auswahl. Dies waren immer drei Gänge, davon jeweils zwei Vorspeisen zur Auswahl, drei Hauptgerichte und zwei Desserts. Jedenfalls nach meiner Erinnerung war hier immer eine Hauptspeise mit Fleisch, eine mit Fisch und eine vegetarisch. Der Preis für eine Hauptspeise der Tageskarte belief sich auf 17,- €, wobei man das 3-Gänge-Menü auch für 30,- € pro Person buchen konnte. Die Speisekarte des des Restaurant FineArt scheint es übrigens nur offline zu geben, sonst hätte ich sie euch gern verlinkt.

Am ersten Abend gab es für uns Matjes mit Bratkartoffeln, die herrlich angerichtet waren mit einer fein würzigen, frischen und leicht schaumige Remoulade. Auch der dazugehörige Salat war klasse: nicht nur schnöder Eisbergsalat, sondern etwa auch Rucola in guter Qualität gab es und fruchtig-süße Weintrauben. Das ganze Arrangement, das portionsmäßig auch nach einer 20km Wandertour um die Insel Poel nicht zu verachten war, hat gerade mal 14,- € gekostet. Der Burger für 18,- € war auch gut. Die Süßkartoffelpommes waren geschmacksvoll, gut gesalzen und auffällig fein. Einzig die Schale, in der die Pommes serviert werden, könnte optimiert werden – in einer luftundurchlässigen Keramikschale werden die ansonsten tadellosen Süßkartoffelpommes nämlich recht schnell weich. Ein Highlight waren auch die Pasta mit Parmesan für 15,- €, die wir am zweiten Abend genießen durften. Diese wird mit einem halben Parmesan-Leib (lt. Service ca. 50kg Käse!) auf einem Rollwagen gebracht. Dann wird der Käse – je nach Wunsch des Gastes – aus dem Leib geschabt und im Käseleib mit den Nudeln vermengt. Das Ergebnis war eine leckere Pasta mit tollem Gemüse, wie z. B. junge Maiskölbchen, Spargel, Brokkoli. Es war also nicht das 0815-Gemüse, die man sonst überall serviert bekommt. Wir waren uns nicht sicher, aber wir könnten uns sogar vorstellen, das die Pasta auch hausgemacht war.

Ein besonderes Highlight hat sich noch bei einer Nachspeise ergeben, die wir uns geteilt haben. Das Tonka Crème brûlée hat uns neugierig gemacht und unsere Vorstellungen sogar noch übertroffen: Hier gab es eine Kugel sehr leckeres Joghurt-Eis mit Krokant, Himbeer-Mousse und ein sehr leckeres Tonka Crème brûlée mit einem markanten Tonkabohnen-Geschmack. Warm, kalt, knusprig, herb und fruchtig-süß trafen hier in einer ganz tollen Komposition zusammen, die mit  7,- € auch sehr fair bepreist war. Getränketechnisch sind wir am Boden der Tatsachen geblieben und haben uns jeweils nur eine Flasche Wasser bestellt, die mit 5,50 € zu Buche schlug.

Fazit zum Test

Das Iberotel Boltenhagen hat mit dem FineArt wirklich ein ganz hervorragendes Restaurant, das mich selbst als potenzieller Hotel-Restaurant-Muffel überzeugt hat. Trotz der Größe mit über 200 Plätzen kommt eine wirklich angenehme Atmosphäre auf, die zum längeren Verweilen einlädt. Besonderen Lob hat sich der Service des FineArt verdient, der charmant und zuvorkommend war. Auch das Essen konnte durch die Bank weg überzeugen und ist – angesichts der Qualität – fair bepreist. Gerade für Hamburger, die an der Ostsee entspannen wollen, können wir das Iberotel Boltenhagen voll empfehlen, auch in den kälteren Jahreszeiten, in denen man vielleicht nicht direkt an einen Urlaub an der Ostsee denkt.

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Wart ihr schon im Iberotel Boltenhagen und im Restaurant FineArt? Wir würden uns über eure Erfahrungen und Kommentare freuen!

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